Meine Kommissare

Andrea Nagele: Österreich

Tod am Wörthersee

Tod am Wörthersee

Weiterlesen, bitte weiterlesen. Nicht stehenbleiben. Nehmen Sie den Text, auch wenn er Sie verwirrt, in ihren Kopf auf. Denn wenn Sie, lieber Leser, nicht wissen, was in Alices Kopf vorgeht, werden Sie auch nicht ihr Handeln verstehen.
Tagsüber ist Alice Personal Trainerin. Sie hat eine verständnisvolle Chefin, ihre Kompetenz wird ausnahmslos anerkannt und ihre beste Freundin heißt Ännchen. Ännchen ohne Alice und Alice ohne Ännchen – unvorstellbar.
Außenstehende könnten zu Recht vermuten, dass Gegenwart und vermutlich auch die Zukunft der jungen Alice im Lot seien.
Doch es gibt noch ihre Vergangenheit. Und die bestimmt das Leben von Alice. Die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln. Sie ist immer da, in Gedanken, in den Träumen und sie trägt sie auf der Haut.
Junge Menschen treffen sich mit jungen Menschen, sind vergnügt, haben Spaß miteinander und wenn sie Glück haben, verlieben sie sich auch.
Nicht Alice.
Vielleicht möchte sie auch so sein, aber sie kann nicht. Sie ist gefangen in ihrer Vergangenheit. Nicht nur gefangen, sondern umklammert. Ich denke, das beschreibt ihren Zustand besser.
Alice hat auch Sex. Aber anders. Man muss fast schon sagen: trauriger. Das gibt es. Lesen Sie Tod am Wörthersee.
Dies ist ein Krimi. Mit einem richtigen Kommissar. Das ist Chefinspektor Simon Rosner. Den Protagonisten schickt die Autorin erst spät in Rennen. Das ist ein geschickter Schachzug. Ich drehe und wende das Buch in meinen Händen und suche den Ermittler. Endlich erscheint er. Nicht strahlend, nein, ganz anders. Eigentlich bemitleidenswert. Fast verloren, hilfsbedürftig. Rosner ist jemand, der selber Hilfe benötigt. Kann das gutgehen? Mit diesem Typ?
Es müsste klappen, denn Rosner ist Polizist durch und durch. Auch wenn sein Kopf häufiger benebelt als klar ist. Man traut ihm eine Menge zu.
Dann trifft Rosner auf Alice.
Zwei Welten prallen aufeinander.
Wer vertraut wem zuerst?
Und wie lange hält das?
Tod am Wörthersee erschien bereits 2014 und, wie die anderen Bücher von Andrea Nagele auch, bei emons:.
Anmerkung: Wieder einmal habe ich bedauert, Bücher mit Zentralfiguren nicht schön der Reihe nach gelesen zu haben. 

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