Meine Kommissare

Anne Gold: Schweiz

Vergib uns unsere Schuld

Vergib uns unsere Schuld

Den Tip zu diesem Buch, und dazu gehört natürlich auch der Verlag, erhielt ich von einem Schweizer Krimileser. Ich bin ihm sehr dankbar. Denn diese Autorin (ich bleibe mal bei dem Pseudonym) hätte ich nicht entdeckt.
Ich liebe nicht nur Krimis, sondern generell Bücher. Und wenn sie so gut in der Hand liegen wie dieser Band, erhöht dies noch einmal das Lesevergnügen. Ein solches Buch legt man nur schweren Herzens aus der Hand - da muss schon ein triftiger Grund vorliegen, wenn ich es beiseite legen soll. Auch Papier und Schrift vermitteln Lesernähe. Da hat sich jemand Gedanken gemacht. Es hat sich gelohnt. So ein Buch bleibt im Regal. So, das mögen für den einen oder anderen Äußerlichkeiten sein - macht nichts. Sie sind mir wichtig und Ihnen hoffentlich auch.
Was steht in diesem Buch?
Worum es geht, erfahren Sie in knapper Form auf der Rückseite des Einbandes. Es ist also müßig, sich hier nochmals über den Inhalt auszulassen. Allerdings wartet Anne Gold mit einer gänzlich unerwarteten Überraschung auf. Nix da mit showdown, action, Effekthascherei und dergleichen. Nein, sie gestaltet das Ende sehr viel wirkungsvoller. Gekonnt, glaubhaft nachvollziehbar und....nachdenklich machend. Kann nie schaden. Das erwarte ich von einem (sehr) guten Buch. Ich möchte schließlich etwas mitnehmen und nicht etwas feststellen, dass ich mit meiner Vermutung "wer es denn nun war" falsch oder richtig lag.
Leider habe ich die Bekanntschaft von Frau Gold erst mit Band vierzehn machen können. So musste ich mich mit der "Stammbesetzung" der Anne-Gold-Krimireihe erst langsam vertraut machen. Ja, Francesco Ferrari ist der Protagonist. Kein Held, eher normal, dafür glaubwürdig und fest verankert in seinen Einstellungen. Offen bekennender Gegenspieler des Staatsanwalts Borer, der keine Freunde zu haben scheint. Nein, halt, Parteifreunde hat er. Sind das auch Freunde?
Egal.
Ich komme nicht umhin, im Zuge dieser Rezension das hohe Lied auf das Schweizer Deutsch (nein, nicht schwyzerdütsch) anzustimmen. Ich bin bekennender Freund der deutschen Sprache und schätze daher ganz besonders den pfleglichen Umgang Schweizer Autorinnen und Autoren (ähnliches gilt für die Damen und Herren Kolegen aus Österreich) mit der deutschen Sprache. Hervorzuheben sind die Vermeidung von Anglizismen und die Bewahrung eines Wortschatzes, den wir (Deutsche) nicht haben bzw. verloren haben. Mit diesen Feststellungen ist ausdrücklich keine Kritik an deutschen Autorinnen und Autoren verbunden.
Vergib uns unsere Schuld erschien im Oktober 2019 im Reinhardt Verlag, Basel.    

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