Meine Kommissare

Boris Meyn: Hamburg

Der eiserne Wal

Der eiserne Wal

Eindeutig ein historischer Regionalkrimi ist auch Der eiserne Wal. Die beherrschenden Themen sind im Sommer 1862 die Auswanderer und das Großprojekt Hafenausbau. Boris Meyn nimmt seine Aufgabe als Autor und Erklärer sehr ernst. In beiden Büchern finden Sie exzellentes Karten- und Bildmaterial als Orientierungshilfe. Zumindest in dieser Qualität und Menge ist das ungewöhnlich. Wie ernst es dem Autor mit der Authentizität ist, erfährt der Leser am Ende beider Bände. Auf mehrseitigen Epilogen findet man erklärende Hinweise zu wissenswerten Namen, Einrichtungen, Plätzen usw. der Stadt.    
Wo bleibt die Handlung? Gibt es überhaupt ein Verbrechen? 
Gemach, verehrte Leserin und verehrter Leser. Es wird schon gemordet und aufgeklärt. Aber bedenken Sie bitte, in welcher Zeit wir uns befinden. Damals ging alles etwas geruhsamer zu. Statt Handy gab es den Telegraphen. Die Schilderung der Handlungsabläufe ist bedächtig und beschreibt die Anfänge der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. Das Tempo ist ruhig aber nicht langweilig. Es wird viel wahres Leben beschrieben. Ein „criminales Comissariat“ gab es noch nicht. Erst der Bürgermeister und ein Senator kümmern sich um die Einsetzung eines Commissarius und die Beschaffung geeigneter Räumlichkeiten, in denen dieser auch ungestört aufklären kann.
Der eiserne Wal erschien im Oktober 2002 im Rowohlt Taschenbuch Verlag. 

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