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Boris Meyn: Hamburg

Fememord

Fememord

Der promovierte Kunst- und Bauhistoriker Boris Meyn hat wieder einen historischen Kriminalroman geschrieben. Gerade, Ende März 2018.
Der Autor nutzt sein Wissen gnadenlos aus. Und er vermittelt es dem Leser auf unnachahmliche Art und Weise. Schön verpackt in eine Geschichte. In eine spannenden Geschichte. Boris Meyn nimmt den Leser spielerisch an die Hand, bei seinem Streifzug durch Hamburg, im Jahr 1925. Der Leser geht gern mit und erlebt die verblüffend lebendige Stadt vor fast einhundert Jahren. Liegen zwischen damals und heute tatsächlich fast einhundert Jahre?
Leben in die Handlung bringen natürlich die Figuren des Autors. Alles Einzelstücke, mit viel Liebe und passgenau zur Handlung ersonnen.
Ganz oben steht unzweifelhaft die junge Journalistin und Hobbyfliegerin Ilka Bischop.
Eine tolle Frau.
Der promovierte Kunsthistoriker hat der attraktiven Ilka so viel Leben eingehaucht, dass es für eine ganze Mädchen-Klasse gereicht hätte.
Lust auf das Leben, Spaß am Fliegen, grenzenlose Neugier und Disziplin, wo sie angebracht ist. Mutig ist sie zwar – will aber weder Heldin sein noch Heldin spielen. Als Journalistin geht sie einer Aufgabe nach. Die Richtung heißt: geradeaus. Dass sie zuweilen vor Wänden steht ist kein Problem. Dann muss die Wand eben weichen. Denn die brisante Story, der Ilka im Auftrag ihrer Zeitung nachgeht, wird allmählich mörderisch.
Reichlich spät entdeckt die junge Pilotin, dass sie mittendrin steckt. In einem echten Dilemma. Wohin mit dem Wissen? Wem kann sie trauen und wem sich anvertrauen?
Ilka recherchiert nicht für irgendein Boulevard-Blatt. Es geht nicht um die Probleme der Reichen und Schönen. Es geht um militärische Geheimnisse. Wir schreiben das Jahr 1925. Deutschland befindet sich gerade im Erhol-Modus.
Um es mal mit den Worten einer Wahrsagerin auszudrücken: „ Sie werden einen starken Mann kennenlernen“.
So geschieht es auch und die Geschichte nimmt an Spannung zu.
Übrigens: Hamburg beansprucht in diesem überaus spannenden und flott geschriebenen Kriminalroman keine Alleinstellung. Boris Meyn bietet seinen Lesern auch jede Menge Kurzweil bei Aufenthalten in Berlin. Auch das ist seine Stadt.
Für Boris Meyn-Fans und Hamburger ist Fememord ein Muss – für alle anderen die richtige Gelegenheit endlich mal etwas von Boris Meyn zu lesen.
Fememord erschien Ende März 2018. Und zwar wieder im Rowohlt Taschenbuch Verlag. 

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