Meine Kommissare

Joana Brouwer: Bad Bentheim

Die Teufelsfrucht

Die Teufelsfrucht

Freunde aus Bad Bentheim , die meine Vorliebe für Regionalkrimis kennen, schenkten mir dieses Buch. Bad Bentheim als Tatort? In diesem fünfzehntausend Einwohner zählenden Kurort nahe der holländischen Grenze sollen schlimme Dinge geschehen? Kaum zu glauben. Doch hätte mich schon der blutrote Einband mit der Teufelsfratze nachdenklich stimmen müssen.
In ihrem ersten von bislang sechs in der „Heide von der Heide-Krimi“ erschienenen Reihe macht Joana Brouwer eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Ein gelungener Einstand!  

„Joana Brouwer, Jahrgang 1951, wurde in der Grafschaft Bentheim geboren. Sie war einige Jahr im Schuldienst tätig und arbeitete danach in dem Architekturbüro ihres Mannes. Sie ist die Mutter dreier erwachsener Kinder, hat drei Enkelkinder und lebt mit ihrem Mann in Nordhorn.“ Das ist der Klappentext des im PRINCIPAL Verlag erschienenen Bandes Die Teufelsfrucht. Erwähnenswert ist noch, dass sie eine sehr gute Website hat. Ich empfehle einen Besuch auf www.joana-brouwer.de

Liebe Frau Brouwer, die Gliederung Ihres Buches scheint mir ein zarter Hinweis auf Ihre Vergangenheit im Schuldienst zu sein. Diese Ordnung hilft dem Leser, der sich somit lästiges Zurückblättern ersparen kann. Die Idee ist zwar nicht ganz neu, aber in diesem „Fall“ durchaus angebracht. Hinzu kommen klar erkennbare Charaktere und die Konzentration auf die Handlung. Alles schön logisch und trotzdem spannend.
Und dann die Gestalt dieses Sadisten! Ein Chirurg hätte keine distanziertere Beschreibung geliefert. Die Nüchternheit seiner Beschreibung könnte auch auf einem Krankenblatt stehen. Und gerade diese Sachlichkeit schürt beim Leser, jedenfalls bei mir, ein Höchstmaß an Abneigung.
Wer gehört in diesem Buch zu den Guten?
Da ist zunächst die Protagonisten Heide von der Heide. Die Osnabrücker Detektivin hat sich auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert. Dass sie, entgegen ihrer Überzeugung, dennoch einen Auftrag zur Beschattung einer Frau übernimmt, hängt weniger mit guten Worten als mit gutem Geld zusammen.  
Ihr Lebensgefährte ist der Staatsanwalt Alexander Hammer. Detektivin und Staatsanwalt, das passt schon irgendwie zusammen. In ihm hat Heide zumindest eine fachkundige Beratung. Dann ist da noch Alexanders Vorgänger, Dieter Fuchs. Der Kriminalist will einfach nicht wahrhaben, dass Heide sich für Alexander entschieden hat. Da die Region eine überschaubare Größe hat, bleiben Treffen zwischen der Detektivin und dem Kriminalistin auf beruflicher Ebene nicht aus. Ein Übermaß an Selbstbewusstsein verhindert, dass der Polizist seine Niederlage akzeptiert. Er unternimmt regelmäßig Versuche, Heide von einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen, ebenso regelmäßig erhält er aber deutliche Abfuhren. Die verbalen Gefechte zwischen den beiden sind unterhaltsam.
Die notwendige fachkundige Sichtweise zum Thema Sadismus liefert die Autorin in Form solider Recherche mit. Sie liefert Erklärung, keine Entschuldigung.
Das Buch liest sich leicht und der Leser kann sich gut vorstellen, dass Heide von der Heide, Alexander Hammer und Dieter Fuchs auch künftig so etwas wie ein Trio bilden.  

 

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