Meine Kommissare

Christian v. Ditfurth: Hamburg

Mann ohne Makel

Mann ohne Makel

Mann ohne Makel erschien schon im Jahre 2002 bei Kiepenheuer & Witsch, wird aber wegen seines Themas noch lange seine Aktualität bewahren. Tatort und Inhalt sind eine sehr gute Fortsetzung zu Friedrich Dönhoffs Savoy Blues.
Seine Website www.cditfurth.de hat der Autor mit Zeitgeschichte & Kriminalgeschichten überschrieben. Er ist Jahrgang 1953, arbeitet seit fast drei Jahrzehnten als Verlagslektor und seit zwanzig Jahren als Journalist und Buchautor. 
Der Autor versteht etwas von seinem Fach. Angesprochen wird der Leser, der leise Töne schätzt. Leise heißt hier nicht langweilig oder zäh. Christian v. Ditfurth kommt sehr wohl zur Sache. Er beherrscht das Verbinden von zwei Zeitebenen und lässt die Akteure an zwei Orten auftreten. Damit begnügt er sich aber nicht. Er liefert auch zwei Ermittler. Anerkennenswert finde ich v. Ditfurths Umgang mit Ereignissen aus der NS-Zeit. Die betreffenden Beschreibungen wirken in erster Linie aufklärend, erhellend und wissenswert, nicht wissenschaftlich. Diese Informationen kommen an und bleiben haften, weil der erhobene Zeigefinger fehlt.
Aber auch im Hamburg von heute kennt sich der Autor aus. Warum das so ist, möchte ich gern wissen. Hat Herr v. Ditfurth hier mal gewohnt? Dem Impressum seiner Website nach wohnt er in Berlin.
Spannend ist auch die Frage nach dem wahren Ermittler. Gewiss, der Historiker Josef Maria Stachelmann scheint berufsbedingt der Geeignete zu sein, aber immerhin werden auch die Figur des Kriminalkommissars Ossi Winter, einschließlich Mitarbeiter und Büro, recht genau beschrieben und in Szene gesetzt. Winter bemüht sich seit drei Jahren, eine Mordserie aufzuklären und bittet den Dozent für Geschichte an der Universität Hamburg, denn das ist Stachelmann, um Hilfe. Die beiden arbeiten fortan zusammen, jeder auf seinem Gebiet, dennoch deutlich getrennt. Das klappt, dafür kann sich der Leser beim Autor bedanken.
Für etwas Freude bzw. Licht im Leben des Historikers Josef Maria Stachelmann sorgt Christian v. Ditfurth, in dem er für ihn die Figur der Anne schuf.
Wem Mann ohne Makel gefällt, wird es nach einiger Zeit gern noch einmal lesen. Der Wunsch, ein bestimmtes Buch noch einmal lesen zu wollen, ist für mich ein Beweis für die Qualität. Dieses Buch gehört dazu.

Insgesamt erschienen bislang sechs Bände mit der Figur des Hamburger Historikers Stachelmann.
Dem Leser empfehle ich auch die Website des Autors. Hier erfährt der Leser auch mehr über Herrn Stachelmann.

 

 

 

 

 

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