Meine Kommissare

Claudia Rusch: Mecklenburg-Vorpommern

Zapotek und die strafende Hand

Zapotek und die strafende Hand

Zapotek und die strafende Hand heißt das Buch, das mir meine Schwiegertochter schenkte. Sie kennt meine Vorliebe für Krimis und hat sorgsam ausgewählt. Wie sie auf dieses Buch gekommen ist, weiß ich nicht, mir war es unbekannt.
Es ist der erste Krimi von Claudia Rusch und somit auch der erste Fall von Henning Zapotek, Polizist beim Hamburger LKA. Das Buch erschien Anfang 2013 im Mareverlag.  
Der Klappentext schreibt „Claudia Rusch, geboren 1971, wuchs auf der Insel Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin“. Eine Website von ihr konnte ich nicht finden.
Henning Zapotek hat ein Sabbatjahr genommen, um mit seinem Boot „der drohenden Midlifecrisis davon zu segeln“. Das Nordpolarmeer ist sein Ziel. Zwischenstation ist sein Heimatdorf Klokenzin, ein fiktives Dörfchen in der Nähe von Stralsund.
Soviel darf ich verraten. Die Geschichte spielt sich doch nicht auf See sondern auf dem Trockenen ab – eben an Land. Die stets Seekranken können also getrost weiterlesen.
Sein Heimatdorf hatte Kriminalhauptkommissar Henning Zapotek vor 27 Jahren, also vor dem Fall der Mauer, verlassen. Ohne amtliche Ausreisebewilligung, was bei den ihm nahestehenden Menschen Enttäuschung und auf Seiten der Ordnungshüter Wut auslöste. So war das halt damals.
Zurück zum Buch und zur Handlung.
Zapotek besitzt in Klokenzin noch ein Haus, das bis vor kurzem noch vermietet war und jetzt nicht mehr ist, weil sich der Mieter erhängt hat. Alle gehen von Selbstmord aus, weil ein anderer Umstand weder für die Einheimischen noch für den Hausbesitzer denkbar ist. Das ändert sich, zumindest für den reisenden Kommissar, als dieser nämlich nach der ersten Nacht in seinem Haus feststellt, dass er nachts Besuch hatte, von dem er nichts wusste: Das Zimmer des Toten wurde durchwühlt.
Von diesem Zeitpunkt an nehmen die Dinge ihren Lauf und Zapotek beginnt, mal mit und mal ohne Vorzeigen des Dienstausweises, zu ermitteln.
Aber nicht nur die aktuellen Ereignisse halten den Protagonisten auf Trab, sondern auch seine Vergangenheit. Denn da gibt es auch noch Ulrike. Mit der war Henning bis zu seinem raschen Aufbruch in den Westen recht eng liiert.
Diese Flucht ohne Abschied ist natürlich das erste Gesprächsthema für die beiden. Soviel sei gesagt, hier beginnt so etwas wie eine Parallelhandlung.
Die halb privat geführte Ermittlung an seinem früheren Wohnort ist nachvollziehbar beschrieben. Der heutige Wessi sieht seine ehemaligen Nachbarn immer noch recht liebevoll, hat aber zu den alten Verhaltensmustern inzwischen mehr Abstand gewonnen.
Das „Regionale“ an dem Buch ist in erster Linie die Beschreibung der Menschen.
Da sich Henning Zapotek im Urlaub befindet müsste er eigentlich auch ganz allein ermitteln. Doch in Lola, einer Hamburger Kollegin, hat er hilfreiche Unterstützung. Ein fliegendes Labor gewissermaßen.
Nicht so sehr die Arbeit eines Ermittlers steht im Vordergrund. Die ist ordentlich und sauber beschrieben. Es wird viel nachgedacht und geschickt ausgefragt. Die gesamte Geschichte liest sich gut und ist mehr als eine leicht verständliche Lektüre für den Strand.

Ich bin wirklich neugierig, was Frau Rusch künftig schreibt. Und ob es eine Fortsetzung geben wird.

 

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