Meine Kommissare

Detlev Dirkers: Niederlande

Game over - Tod auf dem Ijsselmeer

Game over - Tod auf dem Ijsselmeer

Game over ist das erste Buch des Autors. Damit hat er sich einen Traum erfüllt – aus reiner Freude am Schreiben. Freude bereiten Detlev Dirkers aber auch das Segeln und die Beschäftigung mit der Region um Amsterdam. Sonst wäre nicht dieser Kriminalroman entstanden, der keine Zweifel an den Passionen des Autors aufkommen lässt.
Der Autor nimmt sich Zeit für den Einstieg in den Handlungsablauf und er verlangt damit auch Zeit und Geduld vom Leser. In diesem Fall, es geht um einen tot aufgefundenen Segler, ist dies auch genau richtig. Auf welche Weise Kees Bakker auf seiner Segelyacht Dianne II ums Leben gekommen ist, scheint auf den ersten Blick offensichtlich zu sein. Also ist eigentlich alles klar, oder?
Landratten, also die ohne Segelerfahrung, haben keinen Zweifel. Das war eindeutig ein Unfall mit Todesfolge – die Ursache war Unachtsamkeit.
Commissaris Jacob Peeters, der seinen Schreibtisch bei der Mordkommission im Amsterdamer Kriminalpräsidium hat, kommt allmählich zu einer anderen Feststellung. Er ist als einziger im Ermittlerteam Segler und bringt mit seinem Wissen und seiner Erfahrung auch den hartnäckigsten Verfechter der „Unfall-Theorie“ ins Grübeln.
Schön und logisch nachvollziehbar kann der Leser die Gedanken des Protagonisten mitverfolgen. Gute Arbeit, Commissaris Jacob Peeters.
Die Geschichte ist aber hiermit noch nicht zu Ende.
Ist das Auffinden von Zeugen an Land schon schwer und mühselig, scheint dieses Unterfangen bei einem Tatort auf dem Wasser nahezu aussichtslos. Wer schaut schon einem Segler zu?
Auch an dieser Stelle hat Detlev Dirkers Lob verdient. Anschaulich und spannend wird Polizeiarbeit, nämlich mühsame Kleinarbeit, beschrieben. Doch „nur“ einen Segler-Krimi zu schreiben ist nicht Sache und Anliegen des Autors. Er bietet seinem Leser noch mehr.
Mit Schmunzeln und Staunen habe ich den ruckfreien Übergang zu einem zweiten Thema zur Kenntnis genommen. Ich liefere an dieser Stelle nur zwei Stichworte: Industrie- und Datenspionage. Auch auf diesem Parkett bewegt sich der Autor sicher.
Mit Commissaris Jacob Peeters lernt der Leser einen sympathischen Ermittler kennen, der aber auch über Ecken und Kanten verfügt. Sein Zuhause ist, auf unbestimmte Zeit, sein Segelboot. Seine Frau wohnt weiterhin in der Amsterdamer Tuinstraat. Vielleicht hätte er sich etwas von der Leidenschaft, die er im Beruf aufbringt, bzw. bislang aufgebracht hat, für die häuslichen Stunden bewahren sollen. Mieke Dekker, seine Kriminalassistentin, besitzt so ziemlich alle Vorzüge einer Fünfunddreißigjährigen. Das sehen die Kollegen so und das sieht auch Jacob Peeters so. Ob es dabei bleibt?
"Als passioniertem Segler und Freund der niederländischen Küstenregionen ist Detlev Dirkers das Ijsselmeer und die Region um Amsterdam bestens bekannt. Die schillernd bunten Gegensätze der pulsierenden Metropole und des nur wenige Kilometer entfernten „geselligen“ Landlebens sind seiner Meinung nach eine wunderbare Inspirationsquelle für die Fantasie." Diese Information fand ich im Netz. Ergänzen möchte ich, dass Professor Dr. Detlev Dirkers eine Honorarprofessur für Markt- und Organisationskommunikation an der Hochschule Osnabrück hat.
Es wäre schön, wenn ihm sein Beruf noch genügend Zeit für einen weiteren Fall um Jacob Peeters und sein Team lassen würde.
Game over erschien Mitte 2016 im Südwestbuch Verlag.

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