Meine Kommissare

Donna Leon: Venedig

Endlich mein

Endlich mein

Nach zwanzig Bänden um Commissario Brunetti habe ich eine Pause eingelegt. Die Figuren waren mir zu vertraut geworden - die Handlungsabläufe fast schon zu erahnen. Außerdem erhielt Donna Leon durch die wachsende Zahl bemerkenswerter Neuerscheinungen „Konkurrenz“. Die von mir gewünschte Autoren-Vielfalt auf meiner Website führte zwangsläufig zu einer vorübergehenden Entfremdung zu Commissario Brunetti und seiner Familie. 
Nach einer Zeit der Abstinenz war ich dann aber doch neugierig und habe den vierundzwanzigsten Fall Endlich mein gelesen. 
Ich sag es gleich: Ich bin begeistert. 
Das Buch beginnt bereits auf der ersten Seite mit einem Mord. 
Der findet aber nur auf der Bühne statt, es ist also kein „richtiger“ Mord.
Allerdings beginnt Donna Leon von der ersten Seite an, eine mörderische Stimmung aufzubauen. Langsam und stetig führt sie dem Leser vor Augen, dass etwas Schreckliches geschehen wird. 
Wann, warum und an wem, das bleibt die große Frage.
An dieser Stelle möchte ich ergänzen, dass Leser des ersten und des fünften Falls, Venezianisches Finale und Acqua alta einen leichten Heimvorteil haben. Wenn Sie diese beiden Bände gelesen haben sollten, können Sie sich noch mehr in die Handlung reindenken. 
Das Buch liest sich ruhig, als Leser befindet man sich stets in leicht gespannter Erwartungshaltung. 
Natürlich erfahren wir, wie es Familie Brunetti geht, wir werden auch Zeuge von Signorina Elettras Kleinkrieg in der Questura und erleben, wie trefflich sie es versteht, Dritte ohne ihr Wissen zu steuern. Das sind aber eher verdiente Erholungspausen vom eigentlichen Geschehen. 
Darüber hinaus hat es Donna Leon glänzend verstanden, auch dem venezianischen Opernhaus La Fenice eine tragende Rolle zu verleihen. Auch dafür gebührt ihr ein Lob. 
Für mich zeigt das im Dezember 2015 bei Diogenes erschienene Buch ein neue, eigene Qualität. 
Liebe Autorin, ich habe wieder Lust auf Donna Leon bekommen und bin gespannt auf den nächsten Band. 

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