Meine Kommissare

Donna Malane: Neuseeland

Dunkler als der Tod

Dunkler als der Tod

Dem Vorwurf „immer nur über deutsche Krimis“ zu berichten wollte ich mich nicht länger aussetzen. Mein Hinweis, dass auf meiner Website auch Bücher aus dem europäischen Ausland zu finden sind, wird stets als schwache Gegenwehr bewertet. 
Deshalb habe ich mir Dunkler als der Tod gekauft. Die Handlung spielt auf Neuseeland. Das liegt nun richtig weit weg und hat mich dazu bewogen, mich zu diesem Teil der Welt ein wenig schlauer zu machen. 
Das Buch von Donna Malane erschien im November 2014 bei dtv premium. Die Autorin ist "Fernsehproduzentin und Drehbuchautorin und wurde für ihre Arbeit bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie lebt in Auckland/Neuseeland.“ So steht es im Klappentext. 
Donna Malane schreibt flott und in der Ich-Form. Das verstärkt die Spannung, die übrigens bereits auf der zweiten Seite beginnt, und der Leser ist näher dran an der Handlung. 
Protagonistin ist die in Wellington lebende Privatermittlerin Diane Rowe, spezialisiert auf das Auffinden verschwundener Personen. Verglichen mit der Vita anderer Ermittler, egal ob männlich oder weiblich, entspricht ihr Privatleben der Norm: Sie hat einen großen Hund, der heißt in diesem Fall Wolf, einen Exmann, der heißt Sean und einen Freund namens Robbie. Diane und Wolf verstehen sich, Sean und Robbie auch. Diane und Robbie verstehen sich noch nicht oder nicht mehr ganz so gut, dass es zu einem gemeinsamen Zuhause reichen würde. Denn Robbie liebt Diane mehr als umgekehrt, das merkt man unter anderem daran, dass sich Diane  Rückenansichten anderer Männern immer noch sehr genau und sehr gern anschaut. 
Der Auftrag, den Karen Mackie der Ermittlerin erteilt, klingt zunächst einfach, dann etwas merkwürdig und entwickelt sich im Laufe der Handlung zu einem ungeheuerlichen Vorwurf. Jede Figur in der Handlung hat ihre Bedeutung. 
Die Autorin geht mit hoch sensiblen Themenfeldern im familiären Bereich sehr sorgsam um und lässt Kinder und Eltern selbst sprechen. Sie beschränkt sich nicht auf das Beschreiben von Situationen. Die nach meiner ersten Einschätzung „romanhafte Leichtigkeit“ am Anfang der Geschichte ist schnell verflogen. Man merkt, dass Donna Malane "Übung im Schreiben" hat, dass sie eine professionelle Schreiberin ist. Trotzdem wirkt ihr Stil nicht "glatt". Ich hoffe, dass ich mit diesen Formulierungen richtig verstanden werden. Ist mir nämlich wichtig.  Dunkler als der Tod ist eigentlich kein Männer-Krimi – trotzdem habe ich das Buch gern gelesen und wünsche mir eine Fortsetzung mit Diane Rowe als Privatermittlerin. 
Jetzt stelle ich mir die Frage, an welcher Stelle ich Dunkler als der Tod erwähne. Als Regionalkrimi oder einfach als empfehlenswerten Krimi aus Neuseeland.  

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