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GirardelliGrünig: Schweiz

Eiskalte Spiele

Eiskalte Spiele

Nach Abfahrt in den Tod und Mordsschnee ist dies der dritte Kriminalroman des Autorenduos. Den ersten habe ich nicht gelesen. Ich kann daher nur sagen, dass Eiskalte Spiele nahezu nahtlos an den vorherigen Band anschließt. Den Inhalt habe ich vor fast genau zwei Jahren rezensiert.
Das beherrschende Thema lautet „Doping“. Ja, ich höre schon, darüber wird doch schon an anderer Stelle so viel geschrieben. Es wird über Schuldzuweisungen und falsche und richtige Verdächtigungen diskutiert. Kaum eine Sportart scheint eine Ausnahme zu bilden. Jeder weiß etwas, doch nur wenige wissen etwas Genaues.
Marc Girardelli, einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer aller Zeiten und fünfmaliger Gewinner des Gesamtweltcups (Klappentext), weiß mehr. Und zwar so viel, dass er darüber ein Buch schreiben kann – zusammen mit Michaela Grünig: Eiskalte Spiele.
Mich durchzuckt an dieser Stelle die Frage: Kann man auf ein solches Wissen eigentlich „stolz“ sein, oder ist es vielmehr bedrückend? Ist dieser Kriminalroman möglicherweise ein Ventil, um dieses Wissen (endlich einmal) publik zu machen?
Der ehemalige Skirennläufer sagt in diesem Krimi, was er weiß. Und das ist vielmehr als das, was wir täglich den Medien entnehmen. Das ist stellenweise erschreckend, weil die Abläufe in der Vorgehensweise so perfekt zu sein scheinen, dass sich der Leser zumindest den Profi-Sport ohne Doping nicht mehr vorstellen kann. Wer soll das verhindern? Und vor allen Dingen: wie?
Reden wir von Mord und Totschlag – schließlich ist dies ein Krimi.
Anlass für polizeiliche Ermittlungen ist eine Selbstmordwelle unter Profi-Trainern. Auch Marc Gassmanns Trainer Hans Bischoff wird bedroht. Warum? Hans ist ahnungslos. Es bleibt auch wenig Zeit, über Gründe nachzudenken, denn die Olympischen Winterspiele in PyeongChang stehen gewissermaßen vor der Tür und Marcs jahrelanger Trainer hat seine liebe Mühe, seinen Schützling „wieder auf Spur“ zu bringen.
Wollen Sie noch wissen, wie es um Marc und seine Freundin Andrea steht? Das ist die Polizistin, die viel lieber ermitteln würde, als an einer großangelegten Verkehrskontrolle an der Pfingstweidstrasse in Zürich beteiligt zu sein. Sie würde auch viel lieber ihr Verhältnis zu Marc (was sie im Moment gar nicht hat, um ehrlich zu sein) in Ordnung bringen, als mit banger Erwartung dem nächsten Treffen mit ihrem Freund entgegen zu sehen.
Zuviel Privates?
Lieber Leser, das nennt man Leben.
Es erwarten Sie noch manche Einblicke in das Privatleben vieler Beteiligten, während die Handlung an Spannung zunimmt. Schließlich wird gemordet und keiner weiß warum. Die Ermittler begegnen sympathischen Menschen und regelrechten Kotzbrocken (die man sich allzu gern als Täter oder Täterin wünscht).
Das im Oktober 2018 bei emons: erschienene Buch ist nicht nur für Wintersport-Freunde eine Freude. Ich hatte das Glück, Marc Girardelli während der Frankfurter Buchmesse auf dem Stand des emons: Verlages zu treffen. Ich konnte ihn zu einem kurzen Gespräch bewegen. Wegen der Kürze der Zeit aufgenommen auf einem Handy-Video mit gut hörbarer Messe-Geräuschkulisse. Dieses Video werde ich in den nächsten Tagen auf meinem YouTube Kanal und auf Facebook einstellen. Dann lernen auch Sie Marc Girardelli kennen.
Was ich in der kurzen Zeit erfuhr, hat mich sehr beeindruckt. Nicht nur ein wahrer Sportsmann, sonder auch ein überzeugender Autor.

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