Meine Kommissare

Heike Denzau: Schleswig-Holstein

Nordseegeheimnis

Nordseegeheimnis

Gerade erschien Nordseegeheimnis - der zweite Band um den Privatdetektiv Raphael Freersen. Wenn Sie ihn das erste Mal treffen, liebe Leser, dann erschrecken Sie nicht. Dieser Mann ist...manchmal unmöglich, häufig ungehobelt und kaum zu bändigen. Doch, da gibt es jemanden: eher klein, zierlich, aber sehr bestimmt im Auftreten. Eine junge Frau, vor der dieser Raphael größten Respekt hat und die er niemals verletzen würde. Sobald er den Duft ihrer Haare wahrnimmt, ihr also ganz nah (nicht zu nah) ist, dann befindet sich dieser große Kerl im Schwebezustand.
Wohlgemerkt: nur bei Ava.
Der Rest der Damenwelt, mit Ausnahme derer, die im Haus des Privatdetektivs ihrem Broterwerb nachgehen, sollte ihm nicht zu lange in die Augen schauen.
Mutig ist er, aber kein Held. Er weiß genau, dass ihm nicht alles gelingt, was er sich vornimmt. Und trotzdem...man kann es ja mal versuchen. Ach ja, im Improvisieren ist er ganz groß. Wo sich anderen die Nackenhaare aufstellen, angesichts dessen, was gleich geschehen könnte, haut er seinem Gegenüber eine Lügengeschichte um die Ohren, das der Leserschaft das Buch aus der Hand gleitet.
Ich kann mir nicht helfen, aber während des Lesens habe ich einige Male die Autorin grinsend und feixend an ihrer Schreibmaschine sitzen gesehen. Stimmts, Frau Denzau?
Die Stimmung, die das Geschriebene verbreitet, kommt nicht allein aus der Feder. Da gehört Herzblut dazu. Ein wenig Abschiedsschmerz, was Freersens Vorgängerin Lyn Harms betrifft, ist immer noch vorhanden. Aber die Begeisterung für ihren neuen Protagonisten ist bei der Autorin unzweifelhaft zu spüren. Das merkt man besonders im Laufe der Handlung. Heike Denzau steigert zunächst unmerklich, dann aber stetig das Tempo. Da ist Druck auf dem Kessel!. Der Privatdetektiv hat alle Hände voll zu tun. Die Erwartungen seiner Auftraggeber sind hoch - zu Recht. Er ist in der Pflicht. Von ihm werden Ergebnisse erwartet.
Und als ob sein Beruf, wobei es eher eine Berufung ist, ihn nicht genügend ausfüllt, gibt es noch ein Privatleben. Am meisten fordert ihn sein Bruder Johannes. Der kann kann es sich am ehesten erlauben, ihn auf ein Mindestmaß an Tugenhaftigkeit hinzuweisen. Johannes ist Pastor.

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