Meine Kommissare

Jesper Stein: Kopenhagen

Bedrängnis

Bedrängnis

Bedrängsnis ist ein Buch für Männer – hart, kompromisslos mit Sex and Drugs and Rock and Roll. Diese Zutaten sind keine nette Beigabe zum Inhalt, sondern beschreiben vielmehr das Lebens, das der Vizekriminalkommissar Axel Steen derzeit führt. Wer Weissglut gelesen hat, versteht, was ich meine.
Axel Steen ist kein Held, er ist ein Kämpfer mit vielen Feinden und wenig Freunden, wirklichen Freunden. Kein Wunder, der geschiedene Vater liebt seine kleine Tochter Emma sehr, darf sie aber noch zweitweise sehen, die Trennung von ihrer Mutter Cecilie nagt mehr an ihm, als ihm lieb ist.
Seine Position im Polizeipräsidium wird treffend auf Seite 69 beschrieben:
“Er genoss einen Sonderstatus im Morddezernat, aufgrund seiner Methoden, seiner Hartnäckigkeit und seiner Erfolge. Aber es gab Grenzen, so viel war selbst ihm klar. Und er wusste, dass sein Bonus so gut wie aufgebraucht war – nicht nur bei seinem direkten Vorgesetzten John Darling …, sondern auch bei Jens Jessen, Vizepolizeichef und Lebensgefährte seine Exfrau.“
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Jagd auf den Gangsterboss Moussa, dem nie mehr als kleinere Delikte nachgewiesen werden konnten. Jetzt ist es endlich so weit, dass die Polizei mehr gegen ihn in der Hand zu haben glaubt.
Neben anderen Dienststellen ermittelt auch Axel Steen gegen den mächtigen und skrupellosen Moussa – auf seine Weise. Diesen Umstand nutzen wiederum andere, ihm zu schaden, auf gleichfalls skrupellose Art und Weise.
Hat der nur auf sich gestellte Einzelgänger überhaupt eine Chance? Schließlich muss er an zwei Fronten kämpfen!
Und dann ist da noch seine Drogensucht, mit der er kämpft und immer wieder verliert.
Es gibt nur wenige Menschen, die aus seinem Verhalten schlau werden, die ihn verstehen. Diese Menschen verlieren ihn nur scheinbar für eine Weile aus den Augen. Sie lassen nur vorrübergehend den Kontakt zu ihm ruhen. Aber sie sind für ihn da. Es könnten aber gern einige mehr sein.
Jesper Stein beschreibt das Leben und Leiden des Kommissars in allen Einzelheiten, er lässt wahrlich kein deprimierendes Detail aus. Häufig stellt sich der Leser die Frage: Wie geht es weiter? Wie könnte es weitergehen, mit Axel Steen?
Der Vizekriminalkommissar hat die Nehmerqualitäten einen guten Boxers, der genau weiß, dass er nur mit Kühle und Besonnenheit den Gegner schlagen kann.
Er ist nicht der Typ „strahlender Sieger“, er will nicht gefeiert werden. Er will nur Gerechtigkeit.    

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