Meine Kommissare

Jobst Schlennstedt: Lübeck

Traveblut

Traveblut

Meine Frau brachte mir den im Emons Verlag erschienenen Küsten-Krimi Traveblut aus Lübeck mit, als sie eine Freundin besuchte. Lübeck kenne ich gut, deshalb war ich recht neugierig.
Der Autor heißt Jobst Schlennstedt, wurde 1976 in Herford geboren und studierte Geographie in Bayreuth. Seit 2004 lebt er mit seiner Familie in Lübeck. Seinen ersten Kriminalroman schrieb er 2006. Sehr informativ und lesenswert ist die persönliche Website www. jobst-schlennstedt.de.
Die Vita des Autors habe ich erst nach dem Buch gelesen. Ich gebe zu, dass ich mir Herrn Schlennstedt deutlich älter vorgestellt hatte. Da kann man mal sehen.
Protagonist und gleichzeitig Namensgeber für die Reihe der Küsten-Krimis aus der Feder von Jobst Schlennstedt ist Kriminalkommissar Birger Andresen. Er arbeitet eng mit seinem Team zusammen, besonders eng mit der Hauptkommissarin Ida-Marie Berg. Parallel zur eigentlichen Handlung kann der Leser das Privatleben des Kommissars verfolgen und dabei feststellen, dass andere Menschen auch ihre kleinen Sorgen haben. Das Auf und Ab zwischen Dienstschluss und Dienstbeginn beschreibt der Autor nicht als zweite Geschichte – was Kommissar Andresen außer der Tätersuche sonst noch so beschäftigt, gehört irgendwie zum Buch. 
Der Plot (also der Grundriss einer Handlung) ist nachvollziehbar konstruiert. Ich versuche Fremdworte zu vermeiden, doch in diesem Fall wäre der Begriff Handlung nicht genau genug gewesen.
Wie die Polizei dem Täter auf die Spur kommt, beschreibt der Autor spannend und in Form einer sehr dichten Erzählung. Glaubt der Leser, eine  oder zwei Seiten überschlagen zu können, fehlt ihm ein wichtiger Teil der Handlung. Man kann es auch so formulieren: Den Platz auf den zweihundertdrei Seiten hat Jobst Schlennstedt sinnvoll genutzt.
Ein dickes Lob gebührt der Schilderung der Region, hier, der Stadt Lübeck. Der Versuchung, die augenfälligen Merkmale der Hansestadt zu beschreiben, ist der Autor nicht erlegen. Also, keine besondere Erwähnung von Marzipan, Thomas Mann oder Holstentor. Das Übertreiben liegt den Norddeutschen ohnehin nicht.
Die Beschreibung von Wegen und Plätzen, auf der Jagd nach dem Täter, kann der Leser sehr schön auf dem Stadtplan mit verfolgen. Auch das ist für mich ein wesentliches Merkmal eines Regionalkrimis.
Traveblut, der aktuelle Band aus der oben beschriebenen Birger Andresen Reihe, ist ein handfester Krimi. Den vorher erschienenen Band Möwenjagd werde ich auch lesen.

 

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