Meine Kommissare

John Kellermann: Berlin

Die Snow White Verschwörung

Die Snow White Verschwörung

Ganz klein steht vorn auf dem Cover „Thriller“. Lieber Autor, Sie untertreiben, das ist ein großartiger Thriller, der es mit den sogenannten namhaften spielend aufnehmen kann.
John Kellermann weist in seiner „Vorrede“ darauf hin, dass „…alles meiner Phantasie entsprungen ist.“ Das ist sicher richtig, aber es könnte wahr sein. Die Meldungen in den Medien beweisen es häufig genug. Und manch einer hat die Vermutung, dass "dem Volk" vieles vorenthalten wird. Das Verstörende und zunehmend Belastende (aus Sicht des Lesers) ist dieser minutiöse Ablaufplan der Handlung. Diese einem Protokoll ähnelnde Geschichte erfährt dadurch einen verblüffenden Wahrheitsgehalt.
Plätze, Figuren, Verbindungen, Verquickungen und Schicksale werden fein und genau beschrieben und lassen aus Sicht des Lesers keinen Zweifel an dem Wahrheitsgehalt zu. Das Zusammenfügen von unterschiedlichen Szenarien, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sorgt für eine zunehmende Verdichtung der Handlung. Der erfahrene Konsument von Schreckens-Meldungen aus aller Welt nimmt erste eigene Einschätzungen vor, fühlt sich in seinem (Vor)Urteil von Seite zu Seite bestätigt und hält zu den Guten. Wer sind die Guten in diesem Spiel? Meinen die Guten es wirklich gut? Seien Sie vorsichtig mit einer frühen Festlesung. In der Weltpolitik geht es vornehmlich um Interessen und um Stärke. Da ist wenig Platz für die Guten.
Es gibt in diesem Buch keinen Kommissar, keine KTU und keine Spurensicherung. Ersatzweise bietet der Autor Ihnen Professor Beckmann, einen der angesehensten Forensiker der Charité. „Obduktion?, auf eine innere Beschau können wir verzichten.“. Mit dieser lapidaren Feststellung nimmt das Unheil seinen Lauf. Schicksal spielt auch, völlig unwissend natürlich, Polizeioberrat Friedrichs, verantwortlich für Abschnitt 45 Dahlem/Steglitz, dem wahrscheinlich ruhigsten Polizeibezirk in ganz Berlin. Indem er nämlich ein vorsichtig geäußertes Ansinnen der jungen Polizeikommissarin Grote mit aller Entschiedenheit ablehnt: „Bloß nicht, das wäre ein fettes Fressen für die Presse.“ Im Laufe der Handlung erfahren wir noch mehr über die Polizeikommissarin Grote. Protagonist, wenn auch auf recht unaufdringliche Art, ist der Reporter Markus Manx. Für diese Rolle eine Idealbesetzung. Beeindruckend ist das Tempo, mit dem der Autor den Handlungsablauf vorantreibt. Das Buch mal zwischendurch weglegen? Geht nicht. Sie wollen wissen, wie die Geschichte weitergeht? Sie haben eine Ahnung? Sie sehen die Auflösung? Vergessen Sie´s.
Wer ist John Kellermann? Der Klarname für dieses Pseudonym steht für Dr. Georg Friedrich Doll und Stefan Loipfinger. "Dr. Georg Friedrich Doll studierte Betriebswirtschaft und ist Autor mehrerer Fachbücher zu Finanzthemen. Viele Jahre arbeitete er für Unternehmen und Banken. Seit zehn Jahren ist er Unternehmensberater. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Stefan Loipfinger ist freier Wirtschaftsjournalist und Experte für Fonds und Beteiligungen. Er ist Träger des Helmut Schmidt Journalistenpreises, Autor vieler Fach- und Sachbücher (u.a. Die Spendenmafia) und wurde ausgezeichnet für verbraucherfreundliche Berichterstattung. Er lebt und arbeitet in Rosenheim. Das Buch erschien im November 2019 bei BoD – Books on Demand, Norderstedt, versandkostenfrei bestellen können Sie es bei bod, thalia oder amazon. 

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