Meine Kommissare

Hanke K. Kröger C. : Lüneburg

Blutheide

Blutheide

Jetzt muss ich ganz vorsichtig sein mit meiner ganz privaten Meinung zu Lüneburg. Seit vielen Jahren bittet meine Frau darum, dass wir gemeinsam den Weihnachtsmarkt in Lüneburg besuchen. Sie liebt Weihnachtsmärkte und ganz besonders solche in hübschen, alten, kleinen Städten mit einer gemütlichen Altstadt. 
Bislang haben meine Ausweichmanöver geklappt - ich fürchte, in diesem Jahr ist Schluss damit.
Sie ahnen es? Recht haben Sie. Anlass ist Blutheide. Drei Morde in so einer hübschen Stadt, in der es so beschaulich zugehen soll?
Den Tatort muss ich mir ansehen.
Blutheide ist der erste Kriminalroman des Autorenduos. Kathrin Hanke hat Kulturwissenschaften studiert und arbeitet seit ihrem Abschluss hauptberuflich als Texterin in der Werbung. Claudia Kröger ist gelernte Verlagskauffrau und seit ihrer Ausbildung hauptberuflich als Redakteurin und Texterin tätig. So steht es im Klappentext des 2013 im Gmeiner-Verlag erschienenen Buches. 
Mir ist es immer wieder ein Rätsel, wie zwei an einem Buch schreiben können und zwar so, dass man glaubt, es habe nur eine bzw. nur einer geschrieben. 
Der Anfang der Geschichte kommt dem erfahrenen Krimi-Leser bekannt vor: Die junge Oberkommissarin Katharina von Hagemann hat sich von München nach Lüneburg versetzen lassen. Ihr direkter Vorgesetzter ist Kriminalhauptkommissar Benjamin Rehder. Ist natürlich klar, dass sich die Neue bei ihrem neuen Chef erst bewähren muss. Ihr Dienststellenleiter, also der Chef von ihrem Chef, ist da ganz vorurteilsfrei. Und dann gibt es noch einen Dritten im Team, das ist Kommissar Tobias Schneider, schlabbrige Jeans, St.-Pauli-Shirt unter einer Sweatshirtjacke und nicht ganz zurückhaltend mit Äußerungen aller Art – aber nicht zu unterschätzen, wie sich bald zeigt.  

Dem Autorenduo ist ein guter Start in der Geschichte gelungen, in dem es eine weitere männliche Hauptfigur geschaffen hat. Mehr verrate ich nicht, sonst ist die Spannung dahin.  

Wenn mehrere Morde innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschehen und einen Zusammenhang aber kein Motiv erkennen lassen, entstehen Unruhe und Nervosität bei den Ermittlern. Da sind kühle Köpfe und eine ruhige Arbeitsweise gefragt. Aber machen Sie das mal dem Staatsanwalt klar, der nur Ergebnisse sehen will. Das Rad der Ermittlungen beginnt sich immer schneller zu drehen, zumal das plötzliche Verschwinden einer Achtjährigen schlimme Befürchtungen aufkommen lassen. 
Eine gelungene Beschreibung der Akteure, dazugehörende tiefe Einblicke in das Gefühlsleben der Guten und der Bösen und nachvollziehbare Verknüpfungen der unterschiedlichen Handlungsstränge machen aus der kleinen Stadt einen großen Tatort.

 

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