Meine Kommissare

Kerstin Lange: Rheinland-Pfalz

Riesling und ein Mord

Riesling und ein Mord

Um es gleich vorweg zu sagen: Riesling und ein Mord ist ein Krimi für Frauen. Nicht nur, aber in erster Linie. Wer die leisen Töne schätzt, nicht auf Action und Verfolgungsjagden angewiesen ist, sondern wen es interessiert, warum der eine so und der andere so handelt, der sollte Riesling und ein Mord lesen. 
Das Buch erschien im August 2015 bei emons:.
Kerstin Lange legt in ihrem Buch bewusst Wert auf eine genaue Beschreibung ihrer Figuren. Sie liefert dem Leser die Erklärung für das spätere Handeln des Einzelnen. In den Kapiteln werden sehr anschaulich unterschiedliche Charaktere und Einzelschicksale miteinander zu einer Geschichte verwoben. 
Das betrifft das Vorleben der Ermordeten ebenso wie die Lebensgeschichte des Kriminalrats Ferdinand Weber a.D.
Der Leser fühlt mit, leidet mit, gibt einzelnen Personen gute Ratschläge, möchte sie antreiben, dies und jenes zu tun oder zu lassen und fühlt sich seitenlang ohnmächtig. Er sieht sich in Vorurteilen bestätigt und gibt einzelnen Personen stumm gute Ratschläge für das „richtige“ Verhalten. Empörung löst sich beim Leser langsam auf, wenn er sich eingestehen muss, dass es tatsächlich „solche“ Menschen gibt. 
Protagonist und Ermittler ist der schon erwähnte Ferdinand Weber, der seit seiner Pensionierung nicht mehr ermitteln darf. Das weiß Weber, kann es aber nicht lassen, sich mit dem früheren Kollegen Hartmut aus der Polizeischule ein wenig auszutauschen und seinen ehemaligen Kollegen Kommissar Christian Hamacher ein wenig auszuhorchen. 
Wie so häufig ist noch ein weiterer Kollege im Spiel und der heißt Zufall. 
Der Mord weist noch eine Besonderheit auf: Er geschah in Speyer. Speyer ist eine der ältesten Städte Deutschlands, bietet somit, außer dem Dom, eine ganze Reihe Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten und ist mit knapp fünfzigtausend Einwohnern so klein, dass bereits ein einziger Mord sehr auffällt. Nicht nur die Einwohner, vor allem die Touristen, könnten sich durch ein solches Ereignis sehr verunsichert fühlen. Diese Sorge erhöht den Druck der Obrigkeit auf die Arbeit des Polizeiapparats zusätzlich. 
Der folgende Klappentext liefert die Erklärung, warum sich die Autorin so gut in Speyer auskennt und ihre Stadt gelungen präsentieren kann. „Kerstin Lange lebt mit ihrem Mann und Hund in Speyer. Die gelernte Bilanzbuchhalterin konzentriert sich seit 2009 auf das Schreiben von Regionalkrimis und Kurzgeschichten und kann auf einige Preise und Auszeichnungen blicken, u.a. auf den 1. Platz des Literaturwettbewerbs der Zeitschrift MAXI und der S. Fischer Verlage mit dem Kurzkrimi Anders-Artig.“ 
Mehr erfährt der Leser auf ihrer wirklich sehenswerten Website www.kerstinlange.com.

 

 

 

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