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Krischan Koch: Venedig

Flucht übers Watt

Flucht übers Watt

Krischan Koch bietet Nordsee und Adria. Also einen Nordseekrimi und einen Venedig-Krimi, außerdem ganz viel über Kunst, Tote, Lebende, Einblicke in das Inselleben von Amrum und eine Fahrt durch Venedigs Kanäle.  
Einen deutschen und einen italienischen Regionalkrimi mit der gleichen Begeisterung schreiben, das kann der in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum lebende Autor. Deshalb erwähne ich beide Bücher, die, wie auch Rote Grütze mit Schuss, bei dtv erscheinen.  
Der Autor hat mit ähnlichem Handlungsablauf und den gleichen Protagonisten je einen Krimi für eine deutsche und eine italienische Region geschrieben.  
Krischan Koch ist auch Filmkritiker beim NDR, seine Filmbesprechungen sind regelmäßig zu hören. Er ist außerdem ein ganz genauer Beobachter und pflegt gekonnten Umgang mit der deutschen Sprache. Jedenfalls hatte ich beim Lesen seines (Amrumer) Nordsee-Krimis stets das Gefühl von Sand im Schuh und Salz auf der Haut und wollte unbedingt wieder einmal auf die Insel. 
Höhepunkt in Flucht übers Watt ist die sechzehn Seiten lange Beschreibung einer dramatischen Kutterfahrt bei Nacht, mit Unwetter, hohen Wellen und einem Schiffsführer, der zumindest in dieser Nacht eigentlich kein Schiff führen dürfte. Die Beschreibung dieser Fahrt hat mich stark an Das Rätsel der Sandbank von Erskine Childers erinnert. 
Zwei Jahre später erschien von Krischan Koch mit den gleichen Akteuren eine Art Fortsetzung und die spielt in Venedig.  
Was haben Amrum und Venedig gemeinsam? Wasser, jede Menge Wasser. Die Regionen liegen zwar weit auseinander – haben aber in dieser Beziehung Gemeinsamkeiten.   
Eine weitere Gemeinsamkeit ist Kunst, die manche Menschen besitzen möchten, sich aber nicht leisten können und sich dann trotzdem beschaffen. Bei den Versuchen der zwangsweisen Beschaffung schöner Dinge gibt es stets Ärger und den beschreibt der Autor in ganz hervorragender Art und Weise.

Das erste Buch Flucht übers Watt erschien 2009, das zweite, Venedig sehen und stehlen, 2011.

 

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