Meine Kommissare

Marijke Schnyder: Berner Oberland

Matrjoschka-Jagd

Matrjoschka-Jagd

In Interlaken, in der riki Buchhandlung, habe ich mir die 2010 und 2012 erschienenen Bände Matrjoschka-Jagd und Stollengeflüster gekauft. Den ersten und zweiten Band der bislang dreiteiligen Nora Brand-Reihe. Eine rein emotionale Kaufentscheidung, die den Blick auf Preisschilder und Kassenbon trübte, bis ich den Laden verlies. Ich leiste mir nun mal den Luxus, falsch: das Vergnügen, einen Regionalkrimi nach Möglichkeit dort zu kaufen und zu lesen, wo ich mich gerade aufhalte.  

Eine sprachkundige Halbschweizerin, so darf ich mal ausdrücken, was ich bei Lesen der beiden Bücher empfunden habe. Stimmt ja auch. Frau Schnyder ist 1956 als drittes Kind einer Holländerin und eines Schweizers in Morges am Genfersee  geboren.    

Auch für Frau Schnyder gilt, was mir schon bei Hansjörg Schneider wohltuend auffiel: Viel direkte Rede. Und dazu die Fähigkeit, karge Landschaften (zumindest aus Sicht eines Großstädters) lebendig zu beschreiben.
An dieser Stelle erlaube ich mir einen leichten Tadel, der sich an den Gmeiner- Verlag richtet. Da heißt es doch im Einband zu der Autorin „ In ihrer Freizeit schreibt sie Kriminalromane, die irgendwo zwischen der Nordsee und den Alpen entstehen“. Na, na, na! Da kennt wohl keiner im Verlag die Berge. Und vor allem nicht die dort lebenden Menschen und ihre speziellen Eigenheiten. Tatort der Handlungen von Matrjoschka-Jagd und Stollengeflüster ist in beiden Fällen der Kurort Lenk im Simmental. 
Die Protagonisten Nora Brand hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Polizei angefangen.  
Das hat ihr nicht genügt. Deshalb ist sie Ermittlerin geworden. Kriminalbeamtin. Ob und welchen Titel sie hat, bleibt unklar. Ziemlich zu Beginn des ersten Bandes wird darauf hingewiesen, dass Nora Brand keine Kommissarin ist. Im Laufe der Handlung wird auch immer klarer, dass Frau Brand keinen Titel braucht, um sich durchzusetzen und Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. 
Ihr genügen ihr Kopf und ihr Assistent Nino Zoppa. Ihr durchaus begründet mangelnder Respekt gegenüber ihrem Chef, so wird ihr namenloser Vorgesetzter stets betitelt, und ein für den Außendienst wenig geeigneter und wenig hilfsbereiter Kollege mit Namen Bastian Bärfuss gestatten ihr einen ziemlich großen Aktionsradius. Hinzu kommt eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. 
Sie verfolgt gern und unbeirrbar Spuren, diese Polizistin, die aus ihrem Assistenten Nino Zoppa mit mütterlicher Geduld und viel Verständnis für seine Jugend einen richtigen Assistenten für sich zu machen versucht. 
Noch einen Mann gibt es im Leben der Polizistin, das ist Jacques. Den hat sie sehr gern. Das kann sie ihm aber nicht oft sagen, da er berufsbedingt viel unterwegs ist. Er hat zwar ein Handy, was ihm aber nicht viel nutzt, weil Nora gern auf ein Handy verzichtet.  

Die Website der Autorin heißt www.marijkeschnyder.jimdo.com. Diese beiden Bücher sind mehr als eine Ferienlektüre.   

 

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