Meine Kommissare

Marta Donato: Italien

Veroneser Finale

Veroneser Finale

Verona als Tatort. Ausgerechnet Verona! Ich „kenne“ diese Stadt seit Anfang der sechziger Jahre und besuche sie in regelmäßigen Abständen, wenn ich mit meiner Frau Ende März an den Gardasee fahre und nicht nur die klimatischen Vorzüge für zehn Tage genieße. Mit dem Rad (am besten mit einem Mountainbike) haben Sie einen schier endlos großen Aktionsradius, liebe Leser. Veroneser Finale habe ich mir für unseren vergangenen Aufenthalt in Costermano sul Garda im März 2017 aufgehoben. Das hat Spaß gemacht. Durch eine vertraute Urlaubsregion zu fahren und viele im Buch erwähnte Örtlichkeiten auf Hinweisschildern wiederzufinden.
Genug geträumt – es geht schließlich um Mord. Genau gesagt, um zwei Morde. Einer wurde (leider) in Verona und der andere in München begangen. Die beiden Untaten hängen „irgendwie“ miteinander zusammen. Das „irgendwie“ soll in länderübergreifender Zusammenarbeit geklärt werden. Commissario Antonio Fontanaro trifft auf seinen bayerischen Kollegen Georg Breitwieser aus dem Chiemgau. Die beiden kennen sich aus einem vorangegangenen Fall – sie sind somit fast schon in Team.
Il bel Dottore (der schöne Doktor) Fabrizio Talenti  ist tot, ermordet. „Er war ein großer, schlanker Mann Mitte vierzig gewesen, dreimal geschieden, reich verheiratet, immer reicher geworden …“. Das tägliche Leben lehrt, dass ein solcher Mensch nicht nur Freunde hat. Allerdings sind die Umstände, wie der „mit einer lockigen Haarpracht gesegnete Mann“ umgebracht wurde, schon recht merkwürdig, um nicht zu sagen recht makaber.
Höchst merkwürdig sind auch die Umstände, unter denen der angesehene Veroneser Unternehmer Andrea Cuméo ums Leben kam. Zu einem fröhlichen Anlass brach er zusammen mit seinen Freunden nach München auf. Zurück kehrten nur Ugo Brione (Baufirma), Attilio Menasi (Supermarktkette), Avvocato Cattarese (ohne diesen Anwalt tat Cuméo keinen Schritt) und Fabrizio Talenti (genau, der schöne Doktor).
Wie hängen diese beiden „Ereignisse“ zusammen? Natürlich sollen die rätselhaften Morde so rasch wie möglich aufgeklärt werden. Aber bitte diskret und nach Möglichkeit unter Beachtung der Vorgaben des neuen Staatsanwalts Vincenzo Mauro. Also, Tretminen und Fallstricke wohin man auch schaut.
Die Autorin verfügt über genügend Ortskenntnis und Einblicke in die gesellschaftlichen Strukturen Veroneser Familien, um dem Leser die Detailtreue bieten zu können, die ein solcher Kriminalroman braucht. Verflechtungen, Intrigen, Verdächtigungen, Leugnen bis zum Geht-nicht-mehr. Lange Gesichter und beleidigte Mitglieder einer angesehenen Gesellschaft, die allein schon von Standes wegen außerhalb jeglicher Verdächtigung stehen.
Um solche Befindlichkeiten scheren sich weder Commissario Fontanaro noch sein deutscher Kollege. Das Ermittler-Duo vertraut auf bewährte Polizeiarbeit und hört nicht auf zu fragen.
Das Buch ist mehr als unterhaltsam geschrieben. Ich empfehle es gleichermaßen Krimifreunden und Besuchern dieser ganz speziellen Urlaubs- und Erlebnisregion, die so viel mehr bietet, als gemeinhin (und somit fälschlicherweise) angenommen wird.
Veroneser Finale erschien im August 2014 im Rowohlt Verlag, eine zweite Auflage im gleichen Verlag im Februar 2015.
Marta Donato schreibt über sich selbst: „Geboren und aufgewachsen bin ich in München. Hier habe ich Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Seit vielen Jahren arbeite ich in der bayerischen Metropole für ein Medienunternehmen. Das Schreiben ist seit meiner Gymnasialzeit mein einziges wirkliches Hobby. Meine Hauptschauplätze für die Krimireihe befinden sich in Urlaubsregionen, wo es Spaß macht, sich zu erholen und das Leben zu genießen. Das Veneto und der Chiemgau werden von meiner Familie und mir in sehr regelmäßigen Abständen bereist und es ist uns noch nie langweilig geworden.“
Mehr über die Autorin können Sie Ihrer Website www.martadonato.com entnehmen.  

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