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GirardelliGrünig: Schweiz

Mordsschnee

Mordsschnee

Das passt. Das Wetter zum Buch. Heute ist der 18. Januar 2017 und in Hamburg liegt Schnee. Na ja, was wir hier so Schnee nennen. Die hiesige Definition von Schnee lautet: „Schnee ist, wenn alle staunen, dass es glatt ist“.
Die beiden Autoren gehen äußerst ausgeglichen und sachverständig mit Themen um, die nicht bei allen Menschen hundertprozentige Zustimmung finden: Das sind: Skifahren, St. Moritz und Umweltverträglichkeit.
Ich erlaube mir, in allen drei „Disziplinen“ Bestnoten zu vergeben.
Warum?
Ich bin bis vor wenigen Jahren leidenschaftlich gern Ski gelaufen und zwar im Skigebiet Corviglia-Marguns-Piz Nair bei S. Moritz. Und was den Klimawandel betrifft, kann ich aus eigener Anschauung den Gletscherschwund bzw. die Schmelze des Feegletschers in Saas-Fee bestätigen. In den siebziger und achtziger Jahren war ich hier regelmäßig. Meine Söhne haben von ihrem fünften Lebensjahr an hier die Skischule besucht. 
Marc Girardelli und Michaela Grünig ergänzen sich hervorragend. Hier drängt sich keiner vor. Jeder ist in seinem Fach der Beste. Die Beschreibungen des ehemaligen Rennläufers beschreiben genau die Situation eines Hochleistungssportlers. Wer selber Ski fährt und sich einmal eine Piste für Abfahrtläufer aus der Nähe (nur) angeschaut hat, kann für die hier erbrachten Leistungen nur Bewunderung aufbringen. Diese Pisten sind knochenhart, die Kanten der Ski demzufolge messerscharf geschliffen, die gesamte Strecke schreit geradezu nach Tempo.
Der ehemalige Rennläufer beschreibt auch, was vor und während eines Rennens in einem Abfahrtläufer vorgeht.
Spannend.
Das ist ein Krimi, deshalb höre ich auf zu schwärmen, auch wenn es mich kolossal reizt, Ihnen von einem „normalen“ St. Moritz zu berichten. Dieser zauberhafte Ort hat es nämlich nicht verdient, ausnahmslos mit Glanz und Glamour in Verbindung gebracht zu werden.
Wer ist in Mordsschnee der Protagonist bzw. die Protagonistin? Ist es wirklich Andrea, die Freundin des Ski-Stars Marc Gassmann? Die ausgebildete Polizistin hatte es sich mit Hauptmann Ebert von der Kantonspolizei in einem vorangegangenen Fall gründlich verscherzt. An eine Wiedereinstellung ist also nicht zu denken. Deshalb ist auch ihre Mitarbeit bei der Suche nach dem (wahren) Mörder einer Sportjournalistin weder erwünscht noch gefragt.
Andrea begibt sich allein auf die Tätersuche. Schließlich ist ihr Freund Marc der Hauptverdächtige, weil er …..
Dann ist da noch der siebzehnjährige Jonas. Ein mehr als aufgeweckter Junge mit eigenem Kopf, klaren Vorstellungen und hehren Zielen.
Fast ein Spinner, aber nur fast.
Michaela Grünig lässt den Leser intensiv teilhaben an den Plänen und Vorhaben dieses zielstrebigen jungen Mannes. Nur wenige Erwachsene nehmen ihn ernst, sein Vater überhaupt nicht. Die Co-Autorin hat es geschafft, dass auf jeden Fall der Leser ihn versteht. 
Wir erleben in Mordsschnee ein Wettrennen zwischen Andrea und Jonas. Beide sind Profis in ihrer Disziplin.
Das Buch erschien Anfang 2018 bei emons:.
Zur Vita der beiden Autoren schreibt der Verlag:
"Marc Girardelli, Jahrgang 1963, ist einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer aller Zeiten. Er gewann u. a. fünfmal den Gesamtweltcup. Seit seinem Rücktritt vom Spitzensport ist er als Unternehmer und Kolumnist für verschiedene Zeitungen tätig. Aktuell kommentiert er auch Weltcup-Skirennen für das Schweizer Fernsehen."
"Michaela Grünig, geboren in Köln, war lange Jahre in der Entwicklungshilfe tätig. Seit 2010 arbeitet sie hauptberuflich als Autorin in der Schweiz, wo sie zusammen mit ihrer Familie lebt. Neben Krimis schreibt sie heitere, bisweilen tiefgründige Unterhaltungsromane." 

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