Meine Kommissare

Ralf H. Dorweiler: Baden/Südschwarzwald

Mord auf Alemannisch

Mord auf Alemannisch

Während einiger Urlaubstage zwischen Kaiserstuhl und Elsass habe ich Mord auf Alemannisch gefunden habe. Hinsichtlich sprachlicher Besonderheiten, treffender Beschreibung auffälliger Eigenheiten von Bewohnern bestimmter Regionen, Sprachwitz und Leichtigkeit ist es die geeignete Fortsetzung zu den Werken des Herrn Demant.
Ralf H. Dorweiler, geboren 1973 in Nastätten im Taunus, wohnt mit Frau, Kind und Haustieren dort, wo auch der Krimi handelt: Im Wiesental. Googeln Sie mal. Sie werden neidisch, es sei denn, Sie wohnen bereits dort.
Der Autor arbeitet als Journalist für Tageszeitungen und Zeitschriften. Mord auf Alemannisch erschien 2006 und ist sein erster Kriminalroman. Auf der Website des Autors ist nicht nur Herr Dorweiler, sondern auch sein Hund Dr. Watson, der in seinen Krimis eine gewichtige Rolle spielt, zu sehen. 
Der Ermittler ist kein Ermittler, sondern ein Fast-Detektiv, ein richtiger Detektiv ist er nämlich auch nicht. Rainer Maria Schlaicher ist Test-Dieb, er tut also nur so, als ob er stiehlt, damit die richtigen Kaufhaus-Detektive künftig die richtigen Diebe auch rechtzeitig erwischen.
Kurz gesagt: Er testet im Auftrag von Kaufhäusern die Sicherheitsvorkehrungen. Eine interessante Variante in der Runde der Ermittler. Für die Entdeckung dieser speziellen Figur hat der Autor ein Lob verdient. Finde ich jedenfalls.
Ein ausgesprochen flott geschriebener Regionalkrimi, der alle Zutaten für Erfolg beim Leser besitzt. Eine Landschaft mit Urlaubsflair, Hundegeschichten, die auch Nicht-Hundebesitzer ansprechen, die Beschreibung eines Metiers, über das man schon immer einmal mehr erfahren wollte (Test-Dieb), verborgene und gezeigte Gefühle und einen Protagonisten, den der Leser gern wieder treffen möchte. 
Eine Leseempfehlung für all die Krimifreunde, die es nicht gern so grausam und blutrünstig mögen. Ein Mord für sich genommen ist doch schon grausam genug, aber eigentlich genügt doch als Auslöser für Ermittlungen, dass jemand einem anderen vorsätzlich das Leben genommen hat. Ob die Tat nun besonders perfide verübt wurde, ist sicher später für die Höhe des Strafmaßes ausschlaggebend, aber doch nicht für die Qualität der Aufklärung. Ich will niemanden reinreden, wenn er sein Steak gern blutig mag – ich bevorzuge halt medium.

Zum Kuckuck ist Schlaichers sechster Fall und erschien 2011.

 

 

 

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