Meine Kommissare

Tim Pieper: Brandenburg

Stille Havel

Stille Havel

Wer die vorangegangenen Bände Dunkle Havel und Tiefe Havel gelesen hat, wird beim Lesen von Stille Havel staunen. Der Protagonist Toni Sanftleben, Hauptkommissar in der Potsdamer Mordkommission, blieb seiner Fangemeinde erhalten. Unverändert leidet der Leser mit ihm und wünscht ihm den Halt, den er schon lange verdient hat.
Ein kantiger Typ ist der auf einem Hausboot lebende Hauptkommissar. Auf sein Team kann er sich verlassen, das gilt besonders für Gesa Müsebeck, die vor gut gemeinter Kritik nicht zurückschreckt.
Aber der Stoff, aus dem diese Geschichte „gemacht“ ist, liebe Leser, ist „anders“. Der Autor verschafft seinen Lesern tiefe Einblicke in eine Zeit, vor der manch einer zumindest ein Auge zudrückt. Tim Pieper blickt zurück in das Berlin der dreißiger und vierziger Jahre. Politik, Gesellschaft und Kultur fahren Karussell. Wer abspringt, hat verloren. Wer mitfährt, muss sich gut festhalten. Wo soll das alles enden, wer wird Gewinner und wer Verlierer sein?
Äußerst spannend, und vor allen Dingen gekonnt, geht der Autor mit zwei Zeitebenen um. Sie laufen aufeinander zu und werden sich irgendwann begegnen.
Mit einem Knall.
Doch so lange hält Tim Pieper seine Leser in Atem.
Nein, das ist kein historischer Roman. Aber die Geschichte um den ermordeten Kunstsachverständigen nimmt nun mal ihren Anfang in der Vergangenheit. Und auch die Vergangenheit kann aufregend.
Und um die seinen Lesern verständlich zu machen, wird Tim Piper zum Historiker und erteilt der Leserschaft nebenbei spannenden Unterricht in (abenteuerlich erzählter) Geschichte.
Stille Havel erschien im September 2019 und, wie die vorangegangenen Bände auch, bei emons:
Ein uneingeschränkt solider Krimi und das ist als ganz dickes Lob gemeint. 

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