Meine Kommissare

Rolf Dieckmann: Wendland

Es sind Wölfe im Wald

Es sind Wölfe im Wald

Dieses Buch ist im besten Sinne ein Regionalkrimi. Wer mit so viel Verständnis mit der Region und ihren Bewohnern umgeht, der muss dort auch zu Hause sein. Und genau dies ist bei Rolf Dieckmann der Fall. Er wohnt nicht nur im Wendland, sondern auch in Hamburg und das lässt er den Leser wissen, indem er Stadtbezirke wie Ottensen und die Schanze in wenigen, aber äußerst treffenden Beschreibungen skizziert.
Es lohnt sich schon, beim Lesen des Buches (besser vorher) ein wenig in die Geschichte der Landschaft Wendland einzutauchen. Sie entspricht weitgehend dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, ist nur dünn besiedelt und weist erheblichen Waldbestand auf.
Ideale Voraussetzungen also für einen Kenner der Region, dort einen Bogenschützen sein Unheil treiben und die Diskussion um Attacken des wieder heimisch gewordenen Wolfes aufleben zu lassen.
Fehlt noch ein geeigneter Ermittler. Auch den kann Rolf Dieckmann vorweisen: Es ist der Kriminaloberkommissar Erik Corvin, der sich von Hamburg in seine alte Heimat nach Dannenberg versetzen lässt.
Gibt es in dieser traumhaften Urlaubsregion überhaupt Arbeit für einen ehemaligen Hamburger Kommissar?
Es gibt.
Heinrich Wolf, ein Landwirt aus Gutfeitzen, wird im Wald tot aufgefunden. Getötet von einem Pfeil. Eigentlich wollte Wolf einen gut vier Jahre alten Rehbock jagen. Das Jagdglück war ihm nicht hold – stattdessen wurde er erlegt.
Er bleibt nicht der einzige, der mit einem Pfeil erlegt wird.
Wer macht so etwas und warum?
Angeheizt wird die Stimmung unter der Bevölkerung durch lautstarke Diskussionen zum Thema Wölfe, die jedes Mal zeigen, wir starrköpfig und unnachgiebig die Meinungen aufeinanderprallen.
Unzweifelhaft gibt es Wölfe im Wendland. Nur wenn es darum geht, wer denn einen gesehen hat, werden die Bilder im wahrsten Sinne des Wortes unscharf. Handyfotos werden herumgereicht. Das soll ein Wolf sein? Ein Hund vielleicht oder irgendein anderes Tier. Aber ein Wolf? Corvin, wie er stets genannt wird, führt seine „Befragungen“ gern beim Bier durch. Dort, wo man sich abends trifft und eigentlich jeder ein Interesse daran hat, dass dem Morden ein Ende bereitet wird.
Der flotte, pointierte Schreibstil treibt den Leser voran. Er möchte keine Pause einlegen – er will wissen, wie es weitergeht.
Es sind Wölfe im Wald erschien Anfang 2019 im Ellert & Richter Verlag. 

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