Meine Kommissare

Rolf Uliczka: Ostfriesland

Küstenmord in Harlesiel

Küstenmord in Harlesiel

Dieses Buch war die Empfehlung eines guten Freundes, der meine Vorliebe für Regionalkrimis kennt. Und auch speziell für die Region Ostfriesland. Denn hier, in Horumersiel, habe ich bis vor zehn Jahren jahrelang jedes Wochenende verbracht – auch während der „kalten“ Jahreszeiten. Gerade dann lernt man Land und Leute richtig kennen. Wenn die Zahl der Besucher nachläßt.
Es ist der zehnte Band des Autors, in dem die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens aus dem Kripoteam Wittmund ermitteln. Das Buch erschien am 23. Mai 2020 im Klarant Verlag, wie die vorangegangenen Bände auch.
Die Schlüsselinformation zum Inhalt des Buches können Sie der Umschlagseite entnehmen: „Kurz vor seinem Tod recherchierte Fabian inkognito über illegale Hochseefischerei. War er in dem Geschäft um das große Geld den falschen Leuten zu nahe gekommen? Und wo steckt seine unauffindbare Freundin Julia, mit der er die letzten Wochen in einem Ferienhaus an der Harle verbrachte?“
Wer irgendwo in Strandnähe mit Genuß Krabbenbrötchen verzehrt, denkt höchstens an ein weiteres, aber doch nicht an die Mühsal des Fangs und der Verarbeitung der Nordseekrabben, deren genaue Bezeichnung Granat lautet.
Er denkt auch nicht an Fangquoten, die Existenzängste der Krabbenfischer und hart umkämpfte Wasser-Reviere.
Essen Sie weiterhin mit gutem Gefühl Ihr Krabbenbrötchen, liebe Leser, und wenn es heute mal mehr kostet als sonst, dann hat es seinen Grund.
Rolf Uliczka ist ein gründlicher Mensch – in jeglicher Hinsicht. Er beschreibt die Küstenregion nicht „liebevoll“ und aus Touristensicht, sondern präzise und aufschlussreich. Da stimmt jedes Detail. Und wenn er sich aufs Wasser begibt, auf das Deck eines Krabbenkutters, dann ist der Leser mittendrin. Auch hier fehlt jeder Gedanke an Romantik – das ist Knochenarbeit.
Tja, und dann kommt das Team. Keine Helden – Charaktere. Schön, dass der Autor auch ein wenig mit Gefühlen spielt. Das passt hier.
Die Beschreibung der Grenzen überschreitenden Polizeiarbeit ist ebenso stimmig. Dass im Fall des ermordeten Investigativ-Journalisten Nachbarländer zusammenarbeiten müssen, wie Deutschland und die Niederlande in diesem Fall, ist logisch. Der Autor beweist auch hier Sachkunde. Man merkt, dass er nicht zum ersten Mal „ermittelt“.

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