Meine Kommissare

Sandra Dünschede: Deutschland

Friesentod

Friesentod

Am 10. Februar 2021 erschien Friesentod. Ein weiterer Fall für Thamsen & Co steht auf dem Cover. Ist eigentlich nicht in Ordnung - finde ich. Da müsste eigentlich auch der Name Haie stehen. Der ist zwar nicht polizeilicher Ermittler, aber ohne Zweifel Ermittler. Da führt nun mal kein Weg dran vorbei. Und überhaupt, war er es nicht, der der Polizei den ersten Hinweis auf das Verschwinden einer jungen Frau gemeldet hat? Und die Polizei, namentlich Kommissar Dirk Thamsen, hat nicht reagiert.
Also muss Haie ran. Wieder mal. Was er gerne tut. Denn er kann es einfach nicht lassen, auch im Ruhestand weiterhin Polizei zu spielen. Wobei Spielen dem nicht gerecht wird, was Haie tut. Der läuft rum, fragt, mischt sich in Gespräche ein und...ermittelt. Auf eigene Faust. In Friesentod läuft der alte Herr zur Hochform auf. Nein, das liegt nicht nur an seinem E-Bike - das dient ja lediglich der Fortbewegung. Aber in seinem Kopf, da arbeitet es unablässig. Da kann ihn niemand bremsen. Da kann sein Freund Thamsen noch so sehr die Augen verdrehen ob des Engagements. Denn eines hat der Kommissar inzwischen gelernt, bzw. lernen müsen: Haie, die alte Spürnase, hat mit seinen Vermutungen bislang zu oft richtig gelegen, als dass man (also er, Thamsen) nicht genau hinhören sollte.
Haie ist in Friesentod nicht zu bremsen. Zu sehr beschäftigt ihn das unerklärbare Verschwinden seiner jungen Nachbarin. Und sehr bald zeigt sich, dass seine Befürchtungen leider richtig waren.
Das ist aber erst der Anfang.
Bildlich gesprochen läßt Sandra Dünschede Haie in diesem Fall von der Leine. Gibt ihm mehr Spielraum. Das hat sie richtig gemacht. Haie geht auf in der Ermittlerrolle und der Leser staunt, dass seine vielen kleinen Unternehmungen und Vorstöße klappen. Na ja, manchmal stößt er auch an Grenzen, die ihm von dritter Seite aufgezeigt werden.
Soviel zu Haie. Dann gibt es noch ein Thema: Liebe. Liebe kann schön sein - sie sollte schön sein. Sie sollte genossen werden, am besten von beiden Seiten. Liebe sollte man geben und empfangen. Man sollte nicht um sie kämpfen.
Das Buch erschien wieder im Gmeiner Verlag.

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