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Silvia Götschi: Schweiz

Engelberg

Engelberg

Winnetou in den Bergen? In den Schweizer Bergen?
Wie kommt die Autorin bloß auf diese Idee?
Na ja, wer Silvia Götschi als Krimiautorin kennt bzw. kennengelernt hat, der weiß welche Gedankenspielräume sie in sich trägt.
Allerdings hat es die Aufführung von Karl-May-Stücken in Engelberg tatsächlich gegeben – leider nur von 2017 bis 2019.
Es spricht (wieder einmal) für die Autorin, die Festspiele als Spielbühne für „Engelberg“ genutzt zu haben. Und wer sich den Handlungsstrang, der auf dem Gelände der Freilichtbühne spielt, genau anschaut, muss der Autorin dazu ein gewisses Maß an Begeisterung für Karl May zugestehen. Die Detailtreue läßt eindeutig darauf schließen.
Die Freilichtbühne in Engelberg ist aber nur einer von drei Schauplätzen, die Silvia Götschi ihrer Leserschaft bietet. Der zweite Schauplatz ist ein altes Hotel, das nach einer Sanierung wieder eröffnet wird und der dritte ist das Brunni. Das Brunni ist ein Wander – und Wintersportgebiet. Wegen seiner Südhanglage wird das Gebiet auch als „Sonnenseite von Engelberg“ bezeichnet. Das alles können Sie bei brunni.ch. nachlesen.
Was aber wären die spannendsten Schauplätze ohne die „richtigen“ Akteure?
Die Autorin bietet mit dem Privatdetektiv Max von Wirth und Federica Hardegger ein Ermittlerduo, auf das eine Vielzahl von Definitionen passen würde. Ich fürchte aber, keine wären auf Anhieb zutreffend.
Also, Sie müssen die beiden treffen. In der Handlung, beim Handeln, beim Denken und Befragen. Mir jedenfalls haben die zwei viel Vergnügen bereitet.
Die Palette an Spielfiguren ist noch viel größer. Habe ich nicht von einem alten Hotel gesprochen? Dazu passen wiederum alte Familien aus dem Ort (Engelberg) und die Geschichten dieser Familien usw.
Die Autorin lässt ihre Leser tief eintauchen in scheinbar Vergessenes und Verschwiegenes. Mühsam geraten Details und Erinnerungen ans Licht. Es geht immerhin um Mord. Eine schlimme Sache. Viele würden am liebsten endgültig vergessen, was „damals“ geschah. Aber Max von Wirth hat nun einmal den Auftrag, Nachforschungen anzustellen und vor allen Dingen, eine weitere Untat zu verhindern.
Viel Zeit hat er nicht. Die Einschläge kommen näher. Die Bedrohung für seine Auftraggeberin wird spürbar.
Engelberg erschien im November 2019 bei emons:.

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