Meine Kommissare

Eva Almstädt: Ostholstein

Kalter Grund

Kalter Grund

Ich kann mich nicht daran erinnern, auf welche Weise Kalter Grund in meine Hände gelangte. Ist ja auch egal. Mit diesem Buch schrieb Frau Almstädt 2004 den ersten von bislang acht erschienenen Bänden, die sämtlich im Verlag Bastei Lübbe erschienen. 
Bevor sie anfing zu schreiben studierte Eva Almstädt Innenarchitektur und erlernte danach das Raumausstatter-Handwerk.
Sie stammt aus Hamburg und lebt in Grebin, Schleswig-Holstein. Damit bringt sie gute Voraussetzungen mit, diese Region treffend beschreiben zu können. Auf ihrer Website www.eva-almstaedt.de erfahren Sie mehr.
Dieses Buch muss die Folge einer Empfehlung gewesen sein. Denn der Teil von Ostholstein, der nicht direkt an die Ostsee grenzt und der dazu noch während des Winterhalbjahres als Ort der Handlung herhalten muss, steht bei mir als Reiseziel nicht ganz oben. Wenn sich dazu die ermittelnde Kommissarin in ihrem neuen Team erst noch beweisen muss, habe ich das Gefühl, einen Schwarzweiß-Film zu sehen. 
Die Kollegen machen es der neuen Kommissarin nicht gerade leicht, sich schnell wohl zu fühlen. In Liebesdingen könnte es auch gern besser laufen und die Befragten zu diesem Mordfall werden mit Sicherheit nie zu ihrem Freundeskreis zählen. 
Eva Almstädt, hätten Sie es sich und uns Lesern nicht etwas leichter machen und es nur etwas lustiger angehen lassen können?
Ich habe förmlich die feuchten Klamotten der Kommissare und den kalten Zigarettendunst während der Dienstbesprechungen gerochen. Ich bildete mir ständig ein, nasse Füße zu haben und einem Schnupfen vorbeugen zu müssen. Ich habe dieses ganze Elend der Schweinebauern auf diesem was-weiß-ich-wo gelegenen Landstrich miterlebt und war heilfroh, nicht mit meinem frisch gewaschenen Auto durch kniehohen Matsch fahren zu müssen wie die Kommissarin, um die überwiegend unschuldige Landbevölkerung streng nach Vorschrift zu vernehmen.
Diese Stimmung beschreibt die Autorin sehr treffend. Wie kommt eine so junge Frau, Jahrgang 1965, auf so ein düsteres Umfeld?
Liebe Frau Almstädt, bitte warten Sie beim Schreiben Ihrer nächsten Bücher auf etwas besseres Wetter. Dann könnte ich glatt zum Fan werden.
Meine Empfehlung lautet daher: Schietwetter (so sagen wir hier im Norden) abwarten, rauf auf das Sofa, heißes Getränk in Griffnähe und dann lesen, bis die Buchstaben verschwimmen.
Die Leserschaft? Das sind all die, die so gern sagen: Ist das nicht schön hier? Hier ist überhaupt nichts los! Hier bleiben wir jetzt ganz lange. 

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