Meine Kommissare

Claudia Frenzel: Berlin

Brennender Zorn

Brennender Zorn

Hier ist alles neu. Die Autorin, das Buch, der Kommissar und die besondere Qualifikation dieses neuen Kommissars. 
„Claudia Frenzel, Jahrgang 1966, arbeitet nach Lehre und Studium in München. 2002 legte sie mit ihr vielbeachtetes Romandebüt vor. Mit Brennender Zorn hat sie nun den ersten Band einer neuen Krimireihe geschrieben. Privat pendelt sie zwischen München und Berlin.“ 

Kurz und knapp ist der Klappentext in dem Anfang 2015 bei dtv erschienen Buch. Mehr habe ich auch im Internet nicht über die Autorin erfahren. 
Liebe Frau Frenzel, der Start ist Ihnen gelungen. 
Aus meiner Sicht ist es ein Regionalkrimi. Tatort und Umfeld sind gut beschrieben. Die Handlung spiegelt die Realität häufig genug erlebter „Interessenvertretungen“ unterschiedlicher Kreise wieder: das betrifft die Familie ebenso wie Wirtschaft und Politik. Nein, es sind nicht alle „so“, aber eben genügend viele, um darüber schreiben zu können. 
"Hanno Kaltwasser, 42 Jahre, geboren in Berlin, geschieden, Kriminalhauptkommissar z.b.V – zur besonderen Verwendung (Bereich Sprachanalyse/forensische Linguistik)." Mit dieser Beschreibung in Brennender Zorn hat der Leser die wichtigsten Informationen zu dem Protagonisten. Nach vielen Jahren, die er in München verbracht hat, kehrt er zurück nach Berlin. Auf Wunsch seines Vorgesetzen. 
Kenntnisse in Sprachanalyse und forensischer Linguistik zeichnen den neuen Kommissar aus. Wie ein Ermittler mit diesem Wissen umgeht und wie er Schrift und Sprache deutet und bewertet, erfahren nicht nur die Leser, sondern vor allen Dingen die neue Kollegin des neuen Kommissars. Das ist die Oberkommissarin Katja Janisch. Kaltwasser und Janisch arbeiten zusammen. Was die beiden antreibt, ist ihre professionelle Einstellung zur Arbeit. Sie lassen sich wenig Raum für Emotionen oder Privates. Natürlich hat jeder ein Privatleben, aber eben jeder für sich eines. 
Die Aufklärung des Mordes beginnt für das neue Duo ausgesprochen zäh. Er zieht, sie bremst. Der Mangel an Privatleben (geschieden und neu in der Stadt) verschafft dem unbeirrbaren Hanno Kaltwasser viel Zeit für Ermittlungen. Außerdem tauchen im Kopf des Kommissars beim Stochern in der Vergangenheit Fragmente der eigenen Geschichte auf. Etwas mystisch, aber stets glaubwürdig geht es zu bei der Klärung der vielen Fragen, die er der Familie des Toten stellen muss.  
Dieses Buch könnte der Start zu einer neuen Reihe sein. Der Autorin wünsche ich viele gute Einfälle. Die Themen Sprachanalyse und forensische Linguistik (keine Sorge, das klingt nur kompliziert) eignen sich als „Markenzeichen“ des Hanno Kaltwasser.    

 

 

 

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