Meine Kommissare

Jan Seghers: Osthessen

Die Sterntaler Verschwörung

Die Sterntaler Verschwörung

Sämtliche Krimis von Jan Seghers stehen in meinem Bücherregal. Schon mehrfach hatte ich mir vorgenommen, seine Bücher zu beschreiben. Jetzt habe ich seinen letzten Band um den Frankfurter Kommissar Marthaler gelesen. Und damit wurde es höchste Zeit, den Autor und seine Romane hinreichend zu würdigen. Denn das kann ich jetzt schon sagen: Jan Seghers schreibt anspruchsvoll, pflegt einen sehr eigenen Sprach- und Erzählstil und das alles sehr konsequent. Die Geschichten dieses Autors sollte der Leser so annehmen, wie sie da stehen. Dann profitiert er (der Leser) am meisten.
Wer Jan Seghers lesen will, sollte sich Zeit nehmen, es sind keine Bücher für den Strandkorb. Mehr über den Autor erfährt man auf seiner Website www.janseghers.de     
Im Klappentext steht:"Jan Seghers alias Matthias Altenburg wurde 1958 geboren. Der Schriftsteller, Kritiker und Essayist lebt in Frankfurt am Main. Nach dem großen Erfolg von Ein allzu schönes Mädchen und Die Braut im Schnee folgte Partitur des Todes – ausgezeichnet mit dem „Offenbacher Literaturpreis“ sowie dem „Burgdorfer Krimipreis“ -, danach Die Akte Rosenherz. Die Sterntaler-Verschwörung ist der fünfte Fall für Kommissar Marthaler.“
Protagonist in allen fünf Bänden ist Hauptkommissar Robert Marthaler, Leiter der Ersten Mordkommission Frankfurt. Sein „Gegenspieler“, obwohl auch Polizist, ist Axel Rotteck. Dieser hat eine ausbleibende Beförderung (an der Marthaler maßgeblich beteiligt war) zum Anlass genommen, ins Landeskriminalamt Wiesbaden abzuwandern. Soviel zur Personalsituation, die man kennen muss, um die abgrundtiefe Ablehnung der Beiden zu verstehen.
Jan Seghers hält deutlich Abstand zu Klischees. Er beschreibt seine Handlungsabläufe sehr verständlich, die darin enthaltenen einzelnen Geschichten sind klar erkennbar und logisch miteinander verknüpft.
Der Schreibstil ist ausgesprochen lebhaft, bewahrt stets die erforderliche Ernsthaftigkeit und treibt den Leser voran. Die Dialoge vermitteln treffende Stimmungsbilder.
Jetzt kommt die Figur des Hauptkommissars. (Merkwürdig, ich sehe beim Lesen stets Matthias Koeberlin vor mir, der in zwei ZDF-Verfilmungen Robert Marthaler dargestellt hat.) Robert gilt in seiner Abteilung als unbequem aber erfolgreich. Hat er eine Spur, setzt er sich über Vorschriften und Grenzen hinweg. Freunde, Vorgesetzte und Kollegen nehmen seine spezielle Arbeitsweise schulterzuckend hin. Er prügelt sich nicht, er ist keine Rächer-Figur – Marthaler ist das stark ausgeprägte Exemplar eines sehr guten Polizisten.
Das Privatleben eines solchen Kommissars kann eigentlich nur wenig Raum einnehmen. Diesen wenigen Raum versucht Tereza auszufüllen. Tereza liebt Robert und Robert liebt Tereza. Robert liebt aber auch seine Arbeit. Und genau das ist das Problem.
Natürlich geht es in diesem Buch auch um die fiesen Auswüchse in Politik und Wirtschaft. Um Macht und Machenschaften. Aber getragen wird die Geschichte von den einzelnen Figuren, allen voran Robert Marthaler.

Der letzte Band erscheint bei Kindler, Die gebundenen Bücher Ein allzu schönes Mädchen und Die Akte Rosenherz bei Wunderlich. Das mir vorliegende Taschenbuch Die Braut im Schnee erscheint bei rororo. Alle drei Verlage gehören zur Rowohlt Verlag GmbH.

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

Alle Rezensionen von Jan Seghers

Facebook