Meine Kommissare

Juergen Seibold: Allgäu

Pferdefuß

Pferdefuß

Pferdefuß erschien im Februar 2016 und ist der vierte Band in der Reihe mit Kommissar Hansen, die bei PIPER seit 2013 verlegt wird. „Allgäu-Krimi“ steht auf dem Buchumschlag – das stimmt nur bedingt. Denn diesmal ist der Leiter des Kemptener Kriminalkommissariats 1 eher ein Reisender in Sachen Ermittlungen in einem Mordfall. Als ob es nicht schon genug Unruhe in seinem Privatleben mit seiner Freundin Resi Meyer gäbe. Mal übernachtet sie in München, in der Nähe ihres Arbeitsplatzes, mal bei ihren Eltern und - allerdings immer öfter- im gemieteten Bauernhaus ihres Freundes Eike Hansen.
Dem alten Frieder glaubt kein Mensch, als dieser aufgeregt vom plötzlichen Verschwinden eines Gastes vom Campingplatz am Günzstausee berichtet. Schließlich hat dieser Gast im Voraus bezahlt und alles ordentlich zurückgelassen – es wurde also niemand geschädigt. Weder für den Betreiber des Campingplatzes noch für die Polizei ein Grund, sich Sorgen um den Verschwundenen zu machen.
Etwas später brennt am Ortsende vom nicht weit entfernten Ziemetshausen eine Scheune ab, die dem Besitzer eine stattliche Versicherungssumme beschert. Die Freude darüber währt nicht lange, denn der Fund einer Leiche in dieser Scheune gibt der Mordkommission genügend Anlass zu bohrenden Fragen und zur Bildung der Soko Scheunenbrand.
Die Person des Toten veranlasst Eike Hansen Kontakt zu seiner alten Dienststelle in Hannover aufzunehmen. Dieser Tote gibt den Ermittlern zunehmend Rätsel auf. Er zwingt sie, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Mit einer für viele längst vergessenen Geschichte. Nur nicht aus Sicht der unmittelbar Betroffenen. Sie können nicht vergessen.
Jürgen Seibold nimmt den Leser Schritt für Schritt, das heißt schön nachvollziehbar, mit in die Vergangenheit. Und dieses allmähliche, quälend langsame, Aufdecken von winzigen Hinweisen und Herstellen von Zusammenhängen erlebt der Leser hautnah mit. Die Besuche bei ehemals unmittelbar und mittelbar Beteiligten ergeben langsam einen Sinn und führen in die Gegenwart.
Doch statt Befreiung über die gewonnenen Erkenntnisse zu empfinden und sich zumindest ein wenig über die Wahrscheinlichkeit einer greifbaren Lösung zu freuen, machen sich bei den Ermittlern Schock und Entsetzen breit. Ich zitiere:
„Hansen mochte kaum mehr hinhören. Dieser kranke Kerl hatte ihm seinen bisher heftigsten Fall beschert. Doch Kayserling war noch nicht am Ende mit seinen Ausführungen.“
Lieber Leser, lieben Sie Spannung, ich meine richtige Spannung, und schauen dem Kommissar gern über die Schulter? Dann sind Sie hier genau richtig. 
Dringend empfehlen kann ich Ihnen den Besuch der Website des Autors: www.Juergen.Seibold.de. Hier erfahren Sie Wissenswertes zu den Personen und den Schauplätzen seiner Hansen-Krimis. 

Alle Rezensionen von Juergen Seibold

Facebook