Meine Kommissare

Lilly König: Hessen

Frickelbacher Kellergeister

Frickelbacher Kellergeister

Ich kenne die Autorin nicht und habe auch im Internet nichts über ihre Person gefunden. Deshalb muss ich mich auf den Klappentext des 2014 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienenen Buches beschränken. Da steht „ Lilly König ist das Pseudonym einer erfolgreichen Autorin, die mit ihren Romanen, Jugendbüchern und Sachbüchern ein breites Publikum begeistert“.
Die Umschlaggestaltung ist zunächst verwirrend. Neben dem Namen der Autorin steht da noch „Jahr und Nein - Private Ermittlungen - “, dann der Titel Frickelbacher Kellergeister“ und zum Schluss der Hinweis „Comedy-Krimi“.
Trotzdem habe ich mir das Buch gekauft, der dtv ist schließlich ein renommierter Verlag und wird schon wissen, was er tut.
Verträgt sich das:  Krimi und Humor?  Morden und Lachen?
Ich erinnerte mich an Frank Demant, Krischan Koch und Jörg Maurer. Drei Autoren, die Krimis und Humor ganz hervorragend miteinander verbinden.
Warum soll Frau König das nicht auch können?
Weil mir aber Regionalkrimis ganz besonders am Herzen liegen, habe ich natürlich nach dem Ort der Handlung, zumindest aber nach der Region, gesucht. Auch in diesem Punkt macht es die Autorin dem Leser nicht gerade einfach. Sie schreibt auf Seite 13 „zwischen Bad Nauheim und Oberursel, also irgendwo zwischen Wetterau und Taunus“. Das ist doch schon mal etwas. Auf halber Strecke liegt der Ort Rosbach und etwas weiter Rodheim vor der Höhe. Diese Gegend kenne ich, jetzt kann ich mir das Tatort-Umfeld vorstellen. Rodheim hat knapp fünftausend Einwohner, die Kirche steht mitten im Ort. Die Lage ist idylisch und Frankfurt nicht allzu weit entfernt. Rodheim vor der Höhe ist für mich der von Lilly König beschriebene Ort Frickelbach, an dem schrecklich böse und schrecklich komische Dinge geschehen.
In dieser kleinen Gemeinde kennt jeder jeden, was häufig praktisch und manchmal unpraktisch ist. Initiatoren für kulturelle Veranstaltungen sind entweder die Kirche oder die Freiwillige Feuerwehr. Der organisatorische Teil sämtlicher Veranstaltungen liegt in den Händen der Frickelfrauen und die wissen genau, was zu tun ist.
Mit diesen Informationen hat der Leser das notwendige Basis-Wissen für Frickelbacher Kellergeister. Er sollte noch eine gehörige Portion Humor mitbringen.
Protagonisten, bzw. Protagonistinnen, sind die Zwillingschwestern Helene Jahr und Beate Nein. Mit demselben Vater und derselben Mutter enden auch schon ihre Gemeinsamkeiten. Als Privatdetektivinnen arbeiten beide für sich und nicht gerade mit viel Erfolg.
Ein Erdrutsch unter der Dorfkirche und der Fund von zwei Leichen, die keines normalen Todes gestorben sind, führt zu einem weiteren erdrutschartigen Ereignis: die Schwestern arbeiten zusammen.
Ihre Arbeitsweise ist recht ungewöhnlich, auch bei der Auswahl eines Mitarbeiters treffen sie eine Entscheidung außerhalb des Üblichen. Doch alle drei lassen sich durch nichts und niemanden davon abbringen, „den Fall“ zu lösen.
Die Polizei hat als Vertreter von Recht und Gesetz Ingo Hennig und Klaus Brand nach Frickelbach geschickt, aber ermitteln tut in erster Linie das Trio.

 

Natürlich ist dies ein „anderer“ Krimi. Steht ja auch vorne drauf. Sehr flott geschrieben. Macht neugierig auf eine Fortsetzung – jetzt, wo die Zwillinge so richtig loslegen können mit ihrer Arbeit.  

 

Ungelöst bleibt allein die Frage, wer Lilly König ist. Das würde mich schon interessieren.

 

 

 

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