Meine Kommissare

Nicola Förg: Oberbayern

Heimatherz

Heimatherz

In einfachen Worten ausgedrückt und als Ergebnis schon einmal vorweggenommen: Das ist ein Regionalkrimi! Ein Heimatkrimi mit hohem Anspruch. Mögen manche schmunzeln bei dem Begriff „Heimat“. Es kann aber nicht schaden, sich bewusst zu sein, dass wir eine Heimat haben, während andere ihre verlassen müssen.
Die kriminelle Tat ist das eine, das intensive Beschäftigen mit der Region und ihrer Geschichte das andere. Nicola Förg beherrscht ihr Metier und bringt mit Hilfe des Ermittler-Duos Gerhard Weinzirl und Evi Straßgütl viel Farbe in die Handlung.
Es ist gut, wenn man die beiden schon aus vorangegangenen Fällen kennt. Ihre Macken und Launen, ihre typischen (liebenswerten) Verhaltensmuster. Als Leser treffe ich alte Bekannte und schaue neugierig, was aus ihnen geworden ist, na ja, so ähnlich jedenfalls.
Die Geschichte des Lechs und des Forggensees bilden den geschichtlichen Hintergrund. Als der Forggensee 1954, als Folge des Baus einer Talsperre, geflutet wurde, mussten etwa zweihundert Menschen umsiedeln. Dieses Ereignis liegt aus Sicht Unbeteiligter lange zurück, aus Sicht der Betroffenen wirkt es immer noch nach. Die Autorin hat ihre Geschichte um die Ermordung einer renommierten Gestalterin von Malbüchern für Erwachsene geschickt mit der Geschichte um die Flutung des Forggensees verknüpft. Dass sie nicht nur spannende, sondern auch gute Krimis schreiben kann, beweist sie mit Heimatherz ein weiteres Mal.
Heimatherz erschien im Juli 2017 bei emons:, wie die vorangegangenen Bände auch. Es ist der zehnte Band aus der Gerhard Weinzirl-Reihe. Und für Weinzirl-Fans eine wahre Freude. Weinzirl kann sich in Heimatherz in aller Breite ausleben. Der Weißbiertrinker akzeptiert wohl zum ersten Mal uneingeschränkt die Unterstützung seines Vorgängers Baier. „ Baier zog immer noch unmerklich an den Fäden. Er kannte die richtigen Leute, wusste sie zu nehmen, und er war klug.“.
Natürlich dürfen Weinzirls Damen nicht fehlen. Drei sind es an der Zahl. Jo, Kassandra und Evi. Ist er glücklich, wenn er mit ihnen bei Toni im Dionysos zusammensitzt und sich erinnert?
Weinzirl wird fünfzig, sein geliebter Hund wird auch immer älter – da macht sich auch so ein Kerl wir er ab und zu Gedanken.

 

 

 

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