Meine Kommissare

Nicola Förg: Oberbayern

Hüttengaudi

Hüttengaudi

Zu einem Wanderurlaub in den Bergen gehört natürlich auch ein Alpen-Krimi im Gepäck. Ich hatte mich im Herbst 2014 für Hüttengaudi entschieden. Wie auch die anderen Bücher der Mangold & Reindl-Reihe erscheint dieser Band  bei Piper. 
Kompliment, Frau Förg, für mich ist dieses Buch eindeutig eine Steigerung zu Tod auf der Piste. Irmi und Kathi haben sich zu Persönlichkeiten entwickelt. Ich nehme heute mehr an ihrem Leben teil, ohne dass es von der eigentlichen Handlung ablenkt. Die Figuren sind noch greifbarer und eigenständiger geworden. Wenn Irmi Mangold und Kathi Reindl mal nicht einer Meinung sind, was fast immer der Fall ist, dann fliegen die Fetzen, dass man dazwischen gehen möchte. Doch beide wissen, dass ihnen der Erfolg nur durch enge Zusammenarbeit beschert wird. 
Für die ruhigere Irmi eine Bereicherung und die stürmische Kathi ein täglich wiederkehrender Albtraum ist seit einiger Zeit die Dritte im Bunde. Die junge Polizisten Andrea Gässler. Sie ist nüchterner in ihrer Einschätzung der Sachverhalte und trägt selbstbewusst ihren Anteil zur Aufklärung bei. 
Für einen kräftigen Schuss Lokalkolorit sorgen die eingeflochtenen Dauerthemen bei den Waldbesitzern, Liftanlagen-Besitzern und Bauern. Die berechtigt vorgetragenen Sorgen und unberechtigten Wünsche der Betroffenen sind das Ergebnis einer soliden Recherche der Autorin. Das gilt übrigens auch für alle anderen Themenfelder der Region. Diese Sorgfalt zeichnet Frau Förg aus.  
Da sich diese Krimi-Reihe vornehmlich an die weibliche Leserschaft richtet, kommt auch das Gefühlsleben nicht zu kurz. Die Autorin kennt auch in diesem Punkt die richtige Dosierung. Gut gemacht.
Als Start in die neue Mordgeschichte hat sich die Autorin etwas Neues einfallen lassen: Jede der beiden Kommissarinnen bekommt eine eigene Leiche. Die eine während ihres Urlaubs, die andere im Dienst. Die Todesursache ist in beiden Fällen dieselbe. Wie das?  

Und einen Lageplan, endlich! hat Nicola Förg beigefügt. Ich weiß jetzt, wo Irmis Hof liegt und wie weit es von dort bis Murnau ist.  

Alle Rezensionen von Nicola Förg

Facebook