Meine Kommissare

Nicola Förg: Oberbayern

Tod auf der Piste

Tod auf der Piste

Die Autorin ist freie Reisejournalistin, schreibt Reiseführer und Bildbände. Außerdem Regionalkrimis. Es gibt eine Mangold & Reindl-Reihe, die nach meiner Ansicht vornehmlich weibliche Leser anspricht und eine Gerhard Weinzirl-Reihe für die Männer.
Zuerst habe ich Tod auf der Piste, das erste Buch aus der Mangold & Reindl-Reihe, gelesen. Es erschien 2009 bei Piper, wie auch die fünf folgenden. Auch an dieser Stelle mein Rat: Fangen Sie beim ersten Band an. Denn neben der Verfolgung des Handlungsablaufes ist die Entwicklung der Figuren für mich zu einem weiteren Vergnügen geworden. Ich erlebe mit, wie die Autoren sich von Band zu Band mehr „in ihrer Region“ ausleben und den Protagonisten immer  mehr Persönlichkeit verleihen.
Irmi Mangold und Kathi Reindl sind die Hüterinnen des Gesetzes in der ihnen benannten Reihe. Die beiden Garmischer Kommissarinnen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die sehr eingehende, aber nicht ausufernde Beschreibung der Damen gibt der Handlung zusätzlichen Pfiff.
Die fast fünfzigjährige Irmi bewirtschaftet neben ihrer Arbeit als Polizistin mit ihrem Bruder einen Bauernhof. Die Landwirtschaft ist ihr zweites Leben. Hinsichtlich Figur und Robustheit ist sie die passende Besetzung. Sie kann Traktor fahren und mit der Kettensäge umgehen. Kleidung dient bei ihr in erster Linie dem Zweck und nicht dem Unterstreichen der eigenen Weiblichkeit.
Anders ist da Kathi Reindl. Die alleinerziehende Mutter einer halbwüchsigen Tochter sagt was sie denkt. Und das laut und vernehmlich. Als deutlich jüngere und schlankere genießt sie gerade bei ihrer Altersgruppe eine höhere Akzeptanz. Es knallt zwar manchmal zwischen den beiden, arbeiten tun sie aber erfolgreich zusammen  - es siegen stets Vernunft und Einsicht.
Das große Thema in Tod auf der Piste ist die Alpine Skiweltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen.
Die Befürworter und Gegner dieser Veranstaltung sind in der Region bekannt. Da gibt es keine Geheimnisse. Wirtschaftliche Interessen spielen eine gewichtige Rolle. Aber sind die Grund genug für einen Mord?
Das muss das Damen-Duo herausfinden.
Bei der vielen Fragerei der Ermittler bleibt es natürlich nicht aus, dass so nebenher Dinge ans Licht geraten, die so mancher bzw. manche gern unter der sprichwörtlichen Decke (passt hier übrigens gut) gehalten hätte.  
Der Leser erhält solide und nachvollziehbare Informationen zu beiden Lagern. Man merkt, dass sich die Autorin auf sicherem Boden bewegt. Hinzu kommt eine kräftige Portion Lokalkolorit in Form von Sprache/Mundart und Aufklärung über die besonderen Eigenschaften der Werdenfelser, also der Bewohner des Werdenfelser Landes.
Nicola Förg hat erst nach dem siebten (von insgesamt neun) Gerhard Weinzirl Krimis mit dem Schreiben der Mangold & Reindl-Reihe (insgesamt sechs) begonnen.
Die ersten drei Bände erschienen bei Piper, die letzten im Pendo-Verlag, der aber auch zu Piper gehört.
Mehr über Nicola Förg bietet ihre Website www.ponyhof-prem.de. 

Ich verweise an dieser Stelle auch auf die Kurzgeschichte in der von Sabine Thomas herausgegebenen Anthologie Tatort Ammersee. Mehr darüber lesen Sie unter der Rubrik "Bücherregal" und "Meine Empfehlungen" auf dieser Website. 

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