Meine Kommissare

Udo Scheu: Frankfurt

Das blaue Licht

Das blaue Licht

Debüt "Das blaue Licht
So steht es im Klappentext des 2007 im Societäts-Verlag erschienenen ersten Bandes von Udo Scheu. Richtig heißt er Dr. Udo Karl Scheu, wurde 1945 geboren und stand von 1994 bis 2003 an der Spitze der hessischen Polizei.
Der Mann kann also einiges aus seiner eigenen Erfahrung erzählen. Das tut er in vier Bänden, von denen ich den ersten gelesen habe. Zentralfigur bei den Ermittlungen ist stets Staatsanwalt Hanspeter Schultz, 1,72 Meter groß, 98 Kilo schwer, Fahrer eines schwarzen Mercedes 230 E (warum wird das eigentlich immer erwähnt?)  und starker Zigarrenraucher. Während des gesamten Buches hat sich mit Sicherheit ein mittleres Beamtengehalt in Luft aufgelöst, so oft wie  Herr Schultz zu einer Zigarre greift.
Als Protagonisten musste ich ihn wohl oder übel akzeptieren, aber sympathisch wurde er mir während der gesamten Handlung nicht. Ich hatte schon überlegt, ob ich mich nicht diesmal auf die Seite des Bösen schlage, einfach um diesem oberschlauen Staatsanwalt eins auszuwischen.
Da dies aber nicht mit meinem Empfinden für Recht und Ordnung vereinbar ist, habe ich mich mit dem stets zuvorkommenden und sehr viel verbindlicheren Kriminaloberkommissar Schreiner angefreundet.
Der Leser muss sich daran gewöhnen, dass diesmal die Arbeit der Staatsanwaltschaft im Vordergrund steht und sich die Polizei mit der Rolle des Zulieferers zufriedengeben muss. Die Idee zu dem Plot ist nicht schlecht. Man erfährt eine ganze Menge Neues und das aus erster Hand über die Arbeit des Polizeiapparates. Der Staatsanwalt ist nicht nur unbewaffnet sondern auch, wie schon beschrieben, übergewichtig. Erwarten Sie also keine wilden Verfolgungsjagden oder lebhafte Schusswechsel. Hier wird nachgedacht und dann schlüssig gehandelt. Es ist trotzdem ein „richtiger“ Krimi.     
Der Autor ist in diesem Buch nicht nur Verfasser, sondern zugleich oberster Ermittler, und weil er und sein Protagonist in Frankfurt wohnen, ortskundiger Erzähler. Mit der gleichen Pingeligkeit, mit der er Staatsanwalt Schultz seine Arbeit verrichten lässt, beschreibt er Straßen und öffentliche Einrichtungen. Deshalb ist es auch ein echter Regionalkrimi.

Die Handlung hat Spannung und ist schlüssig aufgebaut. Wieder einmal stellt der Leser am Schluss fest: Wozu Menschen doch in der Lage sind, unglaublich!

 

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