Meine Kommissare

Ulrich Hefner: Wangerooge

Das Haus in den Dünen

Das Haus in den Dünen

Auch dieser Krimi Das Haus in den Dünen wurde mir als Empfehlung in die Hand gedrückt, als ich nach der örtlichen Größe unter den Krimiautoren fragte. In einer Buchhandlung in Horumersiel, das ist einer der gemütlichen Küstenorte in Friesland, genauer in der Gemeinde Wangerland.
Ich liebe diese Stimmung. Draußen leichter Regen, drinnen eine bunte Auswahl von Kinderbüchern, Erwachsenen-Romanen, reichliche Informationen zu den Themen Wellness und Esoterik. Keine langen Wege im Laden, das gesamte Angebot bietet sich mir bei einem einzigen Rundum-Blick.
Dann fällt der Blick auf eine überschaubare Reihe von Taschenbüchern, die sämtlich nur das eine beschreiben: Mord und Totschlag entlang der Küste. Bei so viel augenscheinlicher Schlechtigkeit und Brutalität im Urlaubsparadies befällt mich kurz der Gedanke an eine frühere Abreise. Doch die Hinweise der Autoren beruhigen mich. Nichts ist wahr, alles nur ausgedacht, Ähnlichkeiten mit wem auch immer sind rein zufällig.
Ich nehme erst einmal Ulrich Hefners Das Haus in den Dünen mit ins Hotelbett. An Schlaf ist nicht zu denken. 
Ulrich Hefner wurde 1961 in Bad Mergentheim geboren, ist Polizeibeamter, verheiratet und hat zwei Kinder.
Toll. Gutes Vorbild.

Mit einer solchen Vita sollte mal ein Ermittler im Roman ausgestattet werden. Mir bleibt der Trost, dass es mit der Person des Autors wenigstens im wirklichen Leben so etwas gibt. 
Wenn Ulrich Hefner seine Uniform ablegt ist er Autor und Journalist.

Ermittler in seinen Regionalkrimis ist Martin Trevisan – im Dienst und auch privat, mit vielleicht zwei Ausnahmen, stets nur mit Trevisan angesprochen. Ohne Herr und ohne Martin vorweg.
Dieser Kommissar wohnt und arbeitet in Wilhelmshaven. Er arbeitet professionell und hat mit seiner Beförderung zum Leiter des 1. Fachkommissariats beruflich allerdings mehr Erfolg als im Privatleben. Der Leser wünscht ihm als Ausgleich zu seiner aufreibenden Arbeit mehr Freude im Privatleben, etwa in Person einer verträglichen Partnerin.
Leider habe ich viel zu spät entdeckt, dass Ulrich Hefner auf seiner Website
www.ulrichhefner.de seinen Protagonisten Martin Trevisan sich selbst vorstellen lässt. Eine gelungene Idee und hervorragende Einstimmung.
Hefner hat seinen Trevisan mit so viel Details ausgestattet und so deutlich gezeichnet, dass man in diesem Ermittler schon bald den Nachbarn von nebenan sieht.
Der Autor schreibt so, wie wir das im Norden schätzen. Klar, genau und keine gedrechselten Sätze, eben wie ein Polizeibeamter. Den gelernten Polizisten erkennt man an der Beschreibung technischer Abläufe, an der Schilderung regionaler Besonderheiten und Eigenarten. Da ist Herr Hefner richtig pingelig und erreicht sein Ziel: Glaubwürdigkeit und das beruhigende Gefühl, dass hier einer sein Handwerk versteht.
Es ist ein Regionalkrimi, obwohl Ulrich Hefner mit der Beschreibung der Örtlichkeiten recht sparsam umgeht – der Leser wird genau in dem Maße über Land und Leute informiert, wie es die Handlung erfordert.  
Lesen sollte diese Krimis, die sämtlich im Leda-Verlag erscheinen, wer Genauigkeit und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite schätzt. Und noch eine wohltuende Eigenschaft besitzt Ulrich Hefner: Er zählt zu den Autoren, die nie verletzen und niemals warnend den Zeigefinger heben.
Leider habe ich erst danach Die Wiege des Windes und Der Tod kommt in Schwarz Lila gelesen. Am besten gefiel mir Das Haus in den Dünen - hier war am meisten "Action" und das Einsatzgebiet des sympathischen Kommissars größer. Ich verweise auch auf „Das Krimilesebuch“ Trevisan und der Tote am Kai. Auch in diesen Kurzgeschichten ermitteln Trevisan und Kollegen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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